Kategorie: Wirtschaftlichkeit

Grundsätzliches zur Wirtschaftlichkeit

Je nach Gebäudetyp gehen jährlich bis zu 40 Prozent des Heizenergieverbrauchs durch die Außenwände verloren. Diese Verluste können durch die Dämmung dieser Wände drastisch reduziert werden.
Dämmung spart Geld
Oft lässt sich durch einen besseren Wärmeschutz bares Geld sparen. © EnBauSa.de
Ob sich die Wärmedämmung der Außenwände rechnet, hängt vom aktuellen Zustand eines Gebäudes ab. Als Gradmesser für diesen Zustand wird üblicherweise der U-Wert der Wände herangezogen (früher k-Wert). Dieser Wert sagt aus, wieviel Wärme durch die Wand verloren geht. Gebäude, die vor 1977 errichtet worden sind, weisen laut einer Veröffentlichung des Landes Baden-Württemberg einen U-Wert zwischen 1,0 und 1,4 W/m²K auf.  Das heißt konkret: Pro Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen (jeweils an der Wand gemessen, K=Kelvin) gehen durch einen Quadratmeter der Außenwand 1,4 Watt Wärmeenergie verloren. Bei 100 Quadratmetern Fassadenfläche, 20 Grad Innen- und -2 Grad Außentemperatur gehen also 3.080 Watt Wärmeenergieleistung verloren. Eine nachträgliche Wärmedämmung kann diese Wärmeverluste um bis zu 80 Prozent reduzieren. Gemäß der derzeit gültigen Energieeinsparverordnung EnEV 2009 darf eine Außenwand nach der Sanierung maximal 0,24 Watt pro Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied an Wärmeenergie verlieren, das heißt, der U-Wert sollte höchstens 0,24 W/m²K betragen. Natürlich bezieht sich die mögliche Einsparung durch WDVS nur auf den Teil der Energie, der tatsächlich durch die Außenwand verloren geht. Bei einigen Gebäuden können das wie oben erwähnt 40 Prozent der gesamten Heizenergie sein, bei anderen Gebäuden sind es, wie von Dämm-Kritikern immer wieder angeführt, lediglich 18 Prozent. Das Darmstädter Institut für Wohnen und Umwelt gibt den Anteil der Fassade am Transmissionswärmeverlust eines Gebäudes mit 30 Prozent an – basierend auf einer Stichprobe von mehr als 4.000 Wohngebäuden in Deuschland. Allein durch einen besseren Wärmeschutz an der Fassade lässt sich also keine Heizkostenreduzierung um 70 oder gar noch mehr Prozent erzielen. Trotzdem kann die Dämmung der Außenwände wirtschaftlich sein. Für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit– sei es nun durch ein WDVS oder ein anderes System, etwa das Verfüllen von vorhandenen Hohlräumen mit Schüttdämmstoffen – spielt der Anteil der Fassade am Gesamtwärmeverlust keine Rolle. Entscheidend ist allein, dass die errechnete Einsparung an Öl- oder Gaskosten größer ist als die Kosten der Wärmedämmung.  Es gilt also, die erreichbaren Einsparungen den Investitionskosten gegenüberzustellen.
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KfW fördert Wärmedämmung

Bei der KfW gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, durch staatlich vergünstigte Darlehen Maßnahmen zur Dämmung eines Hauses zu finanzieren oder einen Zuschuss zur Dämmung erhalten.
Diverse Geldscheine
Förderprogramme der KfW fördern Einzelmaßnahmen. Alternativ gibt es Zuschüsse. © istock / EnBauSa.de
Das Programm KfW 152 ist zur Finanzierung einzelner Sanierungsmaßnahmen gedacht. Das Programm finanziert neben Dämmung auch Fensteraustausch und Lüftungseinbau oder Optimierung der Heizung. Kredite bis zu einer Höhe von 50.000 Euro pro Wohneinheit sind möglich. Das Programm bietet die Möglichkeit außerplanmäßiger Tilgungen. Privatpersonen können das Förderprogramm nutzen, wenn sie durch Kauf Eigentümer des Wohnraums werden, bereits Eigentümer des Wohnraums sind und sanieren oder Mieter sind und mit Zustimmung ihres Vermieters sanieren. Der Antrag erfolgt bei der Hausbank und muss vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden. Wichtig: Die Hausbank sollte einen Antrag an die KfW weiterleiten, ist dazu aber nicht verpflichtet. Bei der Sanierung müssen die Kriterien des Effizienzhauses 55 erreicht werden, um in den Genuss der zinsvergünstigten Kredite oder Zuschüsse zu kommen. Die Einbeziehung eines Bausachverständigen ist zwingend vorgeschrieben und wird bezuschusst. Das KfW-Programm 151 ist für komplette Sanierungspakete gedacht. Es beinhaltet einen Kredit in Höhe von bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit für den Kauf eines frisch sanierten Gebäudes oder einer Eigentumswohnung, die dem Standard eines KfW-Effizienzhauses entsprechen oder für alle Sanierungsmaßnahmen - wie zum Beispiel Dämmung, Heizungserneuerung, Fensteraustausch, Lüftungseinbau - die Wohneigentum zum KfW-Effizienzhaus machen. Derzeit sind bis zu 30 Jahren Kreditlaufzeit sowie kostenfreie, außerplanmäßige Tilgung möglich. Privatpersonen können dieses Förderprogramm nutzen, wenn sie durch Kauf Eigentümer des Wohnraums werden, bereits Eigentümer des Wohnraums sind und sanieren oder Mieter sind und mit Zustimmung des Vermieters sanieren. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme bei der Hausbank erfolgen. Die Kombination mit anderen öffentlichen Fördermitteln ist zulässig, sofern die Summe aller öffentlichen Fördermittel die Summe der förderfähigen Aufwendungen nicht übersteigt.
Neben der Möglichkeit, einen Kredit zu beantragen gibt es auch einen Zuschuss. Das entsprechende Programm ist das KfW-Programm 430. Es ist alternativ zu den Kreditfinanzierungen der Programme 151 und 152. Man erhält den Zuschuss für den Kauf eines sanierten Hauses oder einer Eigentumswohnung, die dem Standard eines KfW-Effizienzhauses entsprechen oder für eine umfassende Sanierung, die Wohneigentum zum KfW-Effizienzhaus machen sowie für einzelne Sanierungsmaßnahmen oder deren effektive Kombination. Je nach erreichtem Standard beträgt der Zuschuss bis zu 15.000 Euro pro Wohneinheit. Begünstigt werden bis zu zwei Wohneinheiten. Für einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen beträgt der Zuschuss bis zu 3.750 Euro. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden. Bei der Suche nach Experten zur Baubegleitung emfphielt die KfW eine Expertenliste, die von der Deutschen Energie-Agentur geführt wird. Ist Baubegleitung verpflichtend, darf der Baubegleiter nicht an der Ausführung beteiligt sein. Stand: Dezember 2012
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Länder und Kommunen fördern Dämmung

Es gibt Förderprogramme der KfW für die Dämmung von Fassaden, Kellerdecken und Dach. Außerdem existieren viele verschiedene Fördermaßnahmen auf Landesebene und von Kommunen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich Bundes- und Länderprogramme gelegentlich gegenseitig ausschließen.
Ansprechpartner gibt es auf Länderebene sowie bei den Städten und Gemeinden. Dort informieren vor allem die Umweltbeauftragten über Förderprogramme. Auskunft gibt auch das Baureferat. Neben den öffentlichen Institutionen unterstützen auch einige Energieversorger private Bauherren bei der energetischen Sanierung. So gibt es in Baden-Württemberg den Energiesparcheck  für Wohngebäude mit bis zu 8 Wohneinheiten. Für ein Einfamilienhaus gibt es 200 Euro für den Berater, davon 100 Euro als Zuschuss. Für jede weitere Wohneinheit können die Experten 50 Euro extra in Rechnung stellen bis zu einer Gesamtsumme von 550 Euro. Jeweils die Hälfte übernimmt das Land. Energiesparendes Bauen wird auch in Hamburg bezuschusst, zuständig ist dort die WK Hamburg. Bei Erreichen von bestimmten energetischen Standards, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, können Zuschüsse für energiesparendes Bauen beantragt werden. Niedersachsen fördert energetische Modernisierung von selbstgenutzten Wohneigentum, das bis zum 1.1.1995 fertiggestellt wurde, mit zinsgünstigen Darlehen. Das Haushaltseinkommen des antragstellenden Haushaltes darf die Einkommensgrenze nach § 3 NWoFG nicht mehr als um 20 Prozent überschreiten. Informationen gibt es per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Nordrhein-Westfalen fördert mit zinsgünstigen Darlehen Maßnahmen zur denkmalgerechten Modernisierung und energetischen Optimierung von Wohngebäuden in historischen Stadt- und Ortskernen, in denkmalgeschützten Werks- und Genossenschaftssiedlungen, in sonstigen Gebieten mit Erhaltungssatzung sowie in Stadterneuerungsgebieten. Das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz (MUFV) fördert Eigentümer von Immobilien im Neubau und Bestand zur Erreichung eines hocheffizienten Wärmestandards in Verbindung mit Einsatz erneuerbarer Energien. Sachsen fördert Sanierungsmaßnahmen an bestehenden innerstädtischen Wohngebäuden auf der Basis einer energetischen Bewertung mit einem Darlehen, Bauberatung und -betreuung wird bezuschusst. Gefördert wird auch Verbesserung der Wärmedämmung durch die SAB. In Thüringen gibt es nach wie vor das Thüringer Modernisierungsdarlehen - Öko-Plus. Die Aufbaubank fördert Wärmedämmung von Wänden, Wärmedämmung von Dachflächen, Wärmedämmung von Geschossdecken, Erneuerung der Fenster und Außentüren, Erneuerung/ Einbau einer Lüftungsanlage, Erneuerung der Heizungen sowie die Optimierung der Wärmeverteilung bei bestehenden Heizungen. Dabei verbilligt die Thüringer Aufbaubank die Darlehen der KfW Förderbank zusätzlich. Es gibt eine Einkommensgrenze. Wer wissen möchte, welches Programm an seinem Wohnort angeboten wird, kann sich bei der Deutschen Energie-Agentur (Dena) erkundigen. Auf einer speziellen Internetseite der Dena lässt sich eine Suche nach Fördermitteln anhand der Kriterien Postleitzahl und Baumaßnahme starten. Auskunft geben auch die örtlichen Verbraucherzentralen. Sie beraten generell zum Thema Energetische Sanierung und informieren dabei auch über die örtlichen Förderungsprogramme. Stand: Dezember 2012
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Neu verputzen versus WDVS - Ein Vergleich

Experten sind sich einig, dass Hausbesitzer vor allem dann über die Außendämmung mit einem WDVS nachdenken sollten, wenn die Außenwand ohnehin saniert werden muss, etwa weil der Putz bröckelt. Ein Kostenvergleich erleichtert die Entscheidung. Ein Beispiel. Diplom-Ingenieur Klaus Faden vom Energiebüro21 in Donaueschingen hat für uns berechnet, welche Kosten bei der Sanierung mit Putz beziehungsweise mit einem Wärmedämmverbundsystem anfallen. Unterstellt wird ein durchschnittlich großes Haus mit 200 Quadratmetern Fassadenfläche, die Fensterflächen bleiben unberücksichtigt. Außerdem gehen wir davon aus, dass Fachhandwerker die Arbeiten ausführen.

Die Kosten

Im Falle der reinen Putzsanierung, die allerdings laut  Energieeinsparverordnung so heute nicht mehr zulassig ist, fallen dann folgende Kosten an:
  • Gerüstmiete für 4 bis 6 Wochen im Mittel: 6,50 €/m2 x 200 m21.300 €
  • Putzabschlagen: Lohnkosten im Mittel: 24,50 €/m2 x 200 m2 =4.900 €
  • Vorbereitung für neuen Putzauftrag: Material und Lohnkosten im Mittel: 10,0 €/m2 x 200 m2 = 2.000 €
  • Deckputz: Material, Zubehör, Lohnkosten im Mittel: 35 €/m2 x 200 m2 = 7.000 €
Gesamtsumme: 15.200 € Bei der Fassadensanierung mit einem Wärmedämmverbundsystem wird der Dämmstoff in der Regel direkt auf den alten Oberputz geklebt. Das Abschlagen des Altputzes entfällt also. Daher fallen in diesem Fall folgende Kosten an:
  • Gerüstmiete: wie oben  =  1.300 €
  • Applikation eines WDVS: Material, Zubehör, Lohnkosten im Mittel: 118,50€/m2 x 200 m2 = 23.700 €
Gesamtsumme: 25.000 € Auf den ersten Blick ist die Sanierung mit einem WDVS also teurer. Allerdings spart das Dämmsystem in Zukunft Energiekosten ein, die Putzsanierung dagegen ändert nichts am Verbrauch. Außerdem kann der Bauherr für die Außendämmung auf einen zinsgünstigen Kredit zurückgreifen, die Finanzierung der Putzsanierung ist teurer. Auch diese Faktoren müssen beim Vergleich berücksichtigt werden.

Die Finanzierungskosten

Für die Finanzkalkulation hat Energieberater Faden für beide Maßnahmen ein Zehn-Jahre-Annuitäten-Darlehen zugrunde gelegt. Im Fall der Nur-Putz-Sanierung wird ein Kredit mit banküblichen 4 Prozent Zinsen unterstellt. Für die WDVS-Sanierung rechnen wir mit einem KfW-Förderkredit mit einem mittleren Zins von 1 Prozent (jeweils effektiv, Stand Oktober 2012). Die monatliche Finanzierungsrate berechnet sich dann nach der Formel: RATE = {K x [(1+i)T x i] : [(1+i)T– 1]} :12 RATE =monatlicher Betrag, der für den Kredit zu zahlen ist K = Kredit-Summe i =Zinssatz T = Laufzeit des Kredits in Jahren Damit ergibt sich für die Nur-Putz-Sanierung eine monatliche Rate von 156,17 Euro, also rund 156 Euro, und für die Anbringung eines WDVS eine Rate von 219,96 Euro, also rund 220 Euro.

Die Folgekosten

Bei der Putzsanierung bleibt nach der Baumaßnahme alles beim Alten, bei der Außendämmung mit einem WDVS wird künftig Energie gespart. Diese Einsparung lässt sich berechnen. Unterstellt wird, dass die Wände des Gebäudes vor der Sanierung einen U-Wert von 1,4 W/m²K aufwiesen, der durch das WDVS auf 0,2 W/m²K gesunken ist. Als Ölpreis wählen wir (vergleichsweise günstige) 90 Cent pro Liter. Außerdem gilt: Durchschnittliches Klima und durchschnitt­liches Nutzerverhalten, Öl-Heizkessel etwa 15 – 20 Jahre alt. Nach der unter "Wärmedämmung spart Energie" genannten Faustformel sinken die  Heizkosten durch das Dämmsystem pro Quadratmeter Fassadenfläche um etwa 10,08Euro pro Jahr. Aus diesen Annahmen errechnet sich für das Beispielhaus eine Heizkosten-Ersparnis von durchschnitt­lich 170 Euro pro Monat (200 m² x 10,08 €/m²a ÷12 Monate = 168 €/Monat).

Der Vergleich

Unter Berücksichtigung von Finanzierungskosten und Energieeinsparungen beträgt die durchschnittliche monatliche Belastung
  • bei der Nur-Putz-Sanierung rund 156 Euro/Monat
  • bei der Dämmung mit einem WDVS rund 50 Euro/Monat (220 Euro – 170 Euro Energiekostenersparnis)
Nach zehn Jahren, wenn die Kredite getilgt sind, beträgt der Vorteil bei weiter steigenden Energiekosten deutlich mehr als 170 Euro. Der Heizkostenvorteil bleibt, auch wenn die Investition längst zurückgezahlt ist.

Der Vergleich im Überblick

Kostenvergleich Dämmsanierung
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