Geringer Einfluss von Dämmmaterialien auf das sommerliche Raumklima

24. Juni 2015

Victoria Giss, Absolventin des Master-Studiengangs "Zukunftssicher Bauen"  an der Frankfurt University of Applied Sciences, belegt in ihrer Abschlussarbeit den geringen Nutzen von natürlichen Dämmstoffen mit hoher Wärmespeicherkapazität auf deren Potenzial, Temperaturen in Innenräumen bei extremen sommerlichen Klimaverhältnissen günstig zu beeinflussen.

Giss‘ Master-Thesis unter dem Titel "Einfluss von Dämmmaterialien mit einer hohen spezifischen Wärmespeicherfähigkeit auf den sommerlichen Komfort in Innenräumen" geht von folgendem Ansatz aus: Der prognostizierte Klimawandel und der damit verbundene Temperaturanstieg im Sommer macht eine eingehende Beschäftigung mit dem Wärmeschutz von Gebäuden notwendig.

Ziel ist die Senkung von hohen Temperaturen in Innenräumen. Ergeben Simulationsberechnungen mit aktuellen Klimadatensätzen und Einflussfaktoren wie Verschattung und Nachtlüftung noch angenehme Raumtemperaturen, verändert sich das Bild, wenn diese mit Extremklimadatensätzen geführt werden. Die Raumtemperaturen sind bei extremen sommerlichen Bedingungen sehr hoch und liegen außerhalb von normierten Komfortbereichen.

"Diese wichtige Feststellung muss eingehend untersucht werden, da extreme Sommer schon jetzt realistisch sind und bald stark zunehmen werden. Der Bedarf an baulichen Optimierungsmöglichkeiten, die ein angenehmes Raumklima herbeiführen, steigt also enorm", so Prof. Dr. Petra Rucker-Gramm vom Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik, die die Master-Arbeit betreute.

Im Rahmen der Master-Arbeit wurden natürliche Dämmstoffe, die eine sehr hohe Wärmespeicherfähigkeit aufweisen, untersucht. Das Ziel war, auch bei als mittelschwer und leicht eingestuften Konstruktionen ein angemessenes Raumklima zu gewährleisten. Es gibt drei Kategorien, in die sich die Bauweise einteilen lässt: schwer, mittelschwer und leicht in Abhängigkeit von Gewicht beziehungsweise Masse der Bauteile. J

e höher die Masse/Gewicht des Bauteils, desto besser kann das Material Hitze speichern, was sich positiv auf das Innenklima im Raum auswirkt. Im Umkehrschluss können Leichtbauweisen – aufgrund der fehlenden Masse – die Wärme im Bauteil nur sehr schlecht speichern, was zu hohen Innenraumtemperaturen führt.

Giss belegte in ihrer Thesis aber den geringen Nutzen der Dämmung: Für einige Bauten konnte zwar durch den Einsatz von Dämmstoffen der Wärmetransport zu den Innenräumen reduziert werden, in der Gesamtbetrachtung der Wärmebilanz fällt die Verbesserung durch Dämmung jedoch gering aus.

Denn die Wärmeeinstrahlung durch transparente Bauteile wie Fenster ist trotz Verschattungsmaßnahmen hoch und der geforderte Mindestluftwechsel bringt zusätzlich Wärme in den Raum. Somit kann durch Optimierung der Bauteile mit Dämmstoffen das Raumklima nur geringfügig beeinflusst werden, da die durch den Klimawandel steigende Außenlufttemperatur und die erhöhte Sonneneinstrahlung zu stark sind.

"Verschattungsmöglichkeiten sind sehr gute Maßnahmen, um den Wärmeeintrag zu reduzieren, weil sehr viel Wärme durch die transparenten Bauteile, wie Fenster, in die Räume gelangt. Hier ist jedoch weitere Forschung notwendig, weil aktuell gute Verschattung uns komplett vom Tageslicht abtrennt. Wenn zum Beispiel in einem Büro die Außenjalousie zugeht, dann ist es dunkel und der Blick nach draußen wird verwehrt", so Giss.

Für die Master-Arbeit, die mit der Note 1,0 versehen wurde und für ihr Engagement in der Hochschule wurde die 32-Jährige mit dem Absolventenpreis des Fördervereins der Hochschule ausgezeichnet. Mit dem Preis in Höhe von 500 Euro werden gute bis sehr gute Abschlussnoten ausgezeichnet und soziales oder kulturelles Engagement innerhalb der Hochschule und/oder aktive Beteiligung der Preisträger in Gremien der Frankfurt UAS honoriert. Er kann einmal pro Fachbereich und Semester vergeben werden.

 

Quelle: FRA-UAS

 

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