Ronny Meyer

Sanierungshelden gibt es schon viele – und wer Zuschüsse geschickt nutzt, ist auch Finanzierungsheld

Ronny Meyer, 02. Februar 2017

Gute Nachrichten, besser gesagt: Gute Sanierungsbeispiele gibt es mittlerweile viele: Die Sanierungskampagne „Die Hauswende“ und die Deutsche Energie-Agentur (dena) suchten im Jahr 2016 „Sanierungshelden“ und ihre Geschichten. Gefunden wurden mehr als 100 außergewöhnliche, witzige und auch sympathische Erinnerungen und Anekdoten rund um die eigene Baustelle.

Gemeinsam haben sie eine große Klammer: Mit fachkundiger Beratung, Engagement und Herzblut lässt sich jede unsanierte Altimmobilie nicht nur energetisch verbessern. Die Sanierungsheldinnen und -helden haben sich ein in jeder Hinsicht behagliches Zuhause geschaffen. Einen schönen Überblick gibt‘s unter www.die-hauswende.de/sanierung-starten/wettbewerb-sanierungshelden/teilnehmer/.

Am 23. Juni 2016 wurden die Gewinner gekürt. Teilnehmen konnten Hauseigentümer, die ihr Haus komplett saniert oder einzelne Maßnahmen wie eine Heizungsmodernisierung, eine Wärmedämmung oder einen Fenstertausch umgesetzt hatten oder die auf erneuerbare Energien umgestiegen sind. Eine prominente Experten-Jury wählte die besten Episoden aus, das Team von EnBauSa.de besuchte die Preisträger und erstellte Material für Web-Reportagen – wie bei Familie Dehler. Wer wissen will, wie deren „Papphaus“ zum effizienten Schwedenhaus wurde, klicke hier: story.dena.de/schwedenhaus/.

Es gibt viele weitere Beispiele, nicht nur von der dena, sondern auch von Eigentümerverbänden (z.B. von Haus & Grund Baden / Haus & Grund Württemberg, 2015, oder von den Stuckateuren). Konkrete, positive Beispiele, die aus meiner Sicht die vielen diffusen Angstmacher-Argumente eindrucksvoll widerlegen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass die Negativberichte über Dämmung und Co. inzwischen weniger geworden sind. Klar, selbst bei intensivster Suche finden Journalisten kaum noch Bauschäden, die mit Dämmung zu tun haben. Der Brandschutz ist bis zur Perfektion weiterentwickelt worden, gegen Algenwachstum auf der Fassade schützen längst auch biozidfreie Putze und bei Dickschichtsystemen haben Spechte keine Chance mehr, ihr Nest in der Dämmung einzurichten.

Wer also bislang gezögert hatte, sollte nun handeln, denn auch die Situation zur Finanzierung könnte kaum besser sein: Die Zinsen sind weiterhin niedrig, die öffentliche Hand hält üppige Zuschüsse bereit – nur die Energiepreise steigen wieder. Zurückhaltung mag daran liegen, dass es gar nicht so einfach ist, gute Handwerker schnell zu finden.

Vor Kurzem unterhielt sich ein Ehepaar genau über dieses Thema beim Abendessen im Restaurant am Nachbartisch: „Du kannst zehn Handwerker anfragen … bis mal von einem ein Angebot kommt, vergehen Wochen. Und dann weiß man nicht einmal, ob die gute Qualität liefern.“ Stimmt: Gute Handwerker sind gefragt und ausgebucht. Doch bei den Strategiegesprächen mit den Handwerkern der Modernisierungsoffensive höre ich immer wieder, dass trotz guter Auftragslage die Preise, die sie erzielen, eher im Keller sind.

Verrückt: Nach wie vor werden Fördermittel viel zu wenig genutzt. Und damit kommen wir zum großen Trick, den jeder Handwerker und jeder Hauseigentümer wissen muss: Hochwertige Handwerksarbeit wird extrem gut gefördert. Bis zu 30 Prozent Zuschuss (geschenktes Geld!) gibt es von der KfW-Förderbank bei Ausführung einer Komplettmodernisierung zum KfW-Effizienzhaus 55. (Hier nachzulesen:
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Finanzierungsangebote/Energieeffizient-Sanieren-Zuschuss-(430)/#2.

Schon bei Einzelmaßnahmen gibt es zehn Prozent Zuschuss. Einmal gerechnet: Wer moderne Fenster für 20.000 Euro als Einzelmaßnahme einbauen lässt, kann 2.000 Euro als Zuschuss erhalten. Im Zuge einer Komplettmodernisierung (also neue Haustechnik, neue Fassade usw.) gibt es für die neuen Fenster sogar bis zu 6.000 Euro geschenkt. Die 20.000-Euro-Fenster kosten dann nur noch 14.000 Euro.

Da geht selbst dem Billigheimer die Luft aus. Doof, wenn man für 15.000 Euro – was ja auch viel Geld ist – nur durchschnittliche Fenster ohne Förderung einbaut, obwohl man im Zuge einer kompletten Modernisierung die 1-A-Tip-Top-Ware für weniger Geld bekommen hätte. Gewusst wie!

Handwerker, die sich zu Netzwerken zusammenschließen und Komplettmodernisierungen durchführen, können also gemeinsam beste Leistungen und Ergebnisse zu fairen Preisen im Markt anbieten. Und Hauseigentümer sind happy, da sie das beste Ergebnis für vergleichbar kleines Geld bekommen. So finden dann Auftraggeber und Auftragnehmer leicht zusammen.

2017 könnte das Jahr werden, in dem die Zahl der „Sanierungshelden“ weiter kräftig steigt. Und ich wage die Prognose, dass die meisten von ihnen auch als „Finanzierungshelden“ ein gutes Bild abgeben werden.

 

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