Studie vergleicht monolithischen Wandaufbau und WDVS

12. Februar 2018

Wissenschaftler aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen der TU Kaiserslautern haben eine Forschungsarbeit zum Thema „Untersuchung zeitgemäßer, monolithischer Wandaufbauten hinsichtlich bauphysikalischer, ökologischer und ökonomischer Eigenschaften" vorgelegt. Ergebnis: Mehrschichtige Wandaufbauten punkten beim Thema Wärmebrücken, monolithische bei den Umweltwirkungen.

Die Diskussionen über herkömmliche Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), zum Beispiel hinsichtlich Umweltverträglichkeit und Brandschutz, haben dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren wieder vermehrt Häuser in monolithischer Massivbauweise erbaut wurden. Unter dem Begriff „monolithisch“ werden einschichtige Außenwandquerschnitte bestehend aus einem Material, beispielsweise aus Vollholz, Ziegel oder Dämmbeton, verstanden. Die Material- beziehungsweise Konstruktionswahl wird bei diesen Gebäuden nicht allein mit der Gebäudeästhetik, sondern vielmehr mit größerer Behaglichkeit, einem geringeren Wärmeenergiebedarf sowie besseren ökologischen und ökonomischen Eigenschaften begründet.

Diese Behauptungen hat ein kürzlich abgeschlossenes Forschungsprojekt hinterfragt und den Einfluss von Material und Konstruktion bei monolithischen und entsprechenden mehrschichtigen Bauweisen auf thermischen Energiebedarf, thermische Behaglichkeit, Umweltwirkungen sowie Wirtschaftlichkeit bezogen auf den Gebäude-Lebenszyklus von 50 beziehungsweise 75 Jahren untersucht. Insgesamt wurden acht Ausführungsvarianten untersucht, darunter vier monolithische Varianten und vier mehrschichtige Varianten: Porenbeton, Infraleichtbeton, Holz, Ziegel, sowie Normalbeton + WDVS, Holz + WDVS, Ziegel + WDVS und CEM-III-Beton + WDVS. Alle Wände wiesen die gleichen thermischen Eigenschaften auf.

WDVS-Systeme reduzieren Wärmebrücken

Es zeigte sich, dass mit herkömmlichen mehrschichtigen Konstruktionen Wärmebrücken leichter reduziert werden können als mit monolithischen. Der Feuchtehaushalt ist größtenteils vergleichbar, lediglich der Porenbeton weist Besonderheiten auf. Es konnte außerdem kein relevanter Effekt auf die energetische Effizienz oder die thermische Behaglichkeit durch monolithische Bauweisen nachgewiesen werden. Die Unterschiede bewegten sich im sehr niedrigen, einstelligen prozentualen Bereich. Das monolithische Bauen ist aus energetischer Sicht für den Wohnungsbau mehr zu empfehlen als für Bürogebäude.

Monolithische Wände haben bessere Ökobilanz

Monolithische Aufbauten erzielen gegenüber mehrschichtigen Bauweisen meist günstigere beziehungsweise maximal ähnliche Umweltwirkungen, Holz schneidet bilanziell am besten ab. Die Lebenszykluskosten streuen zwischen den Varianten deutlich. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen monolithischem Bauen und der Höhe der Lebenszykluskosten konnte nicht bestätigt werden. Aus Sicht der Forschergruppe werden ökologische Bewertungen an Bedeutung gewinnen, so dass das monolithische Bauen, insbesondere der Holzbau, mehr und mehr zukunftsfähig sein wird.

Die Forschungsarbeit wurde mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert (Aktenzeichen: 10.08.18.07-15.34). Die Projektleitung lag bei Professorin Dr. Angèle Tersluisen aus dem Fachbereich Architektur.

 

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