Produktdeklarationen sollen europaweit vereinheitlicht werden

01. August 2016

Die EPD-Programmbetreiber  (Environmental Product Declarations) in Europa haben eine eine Allianz gegründet, um die Produktdeklarationen von Baustoffen europaweit zu vereinheitlichen. Die ECO EPDs sollen die nationalen Modelle ersetzen.

Um die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen eines Gebäudes ermitteln zu können, gewinnt die ganzheitliche Bilanzierung eine zunehmende Bedeutung. Sie betrachtet den gesamten Lebenszyklus der einzelnen Produkte vom Abbau der Rohstoffe bis zum Recycling. Weil der Bausektor etwa ein Drittel der gesamten Energie verbraucht und einen ebenso hohen Anteil am Ausstoß der Treibhausgase hat, sucht die Branche nach Wegen, um Umweltauswirkungen zu reduzieren. Dies soll nun mit europaweit einheitlichen Produktdeklarationen, möglich werden. Diese stellt die ECO Platform bereit. Die EPD der verwendeten Einzelmaterialien bilden die Grundlage, um ein Gebäude zu bewerten. Denn nur eine Bewertung des Gesamtsystems mit der Kombination der verwendeten Materialien ergibt hier einen Sinn. Dazu dienen Zertifizierungssysteme wie etwa LEED, BREEAM, HQE oder DGNB, die in der Berichterstattung zur Nachhaltigkeit rasch international an Bedeutung gewonnen haben.

Teil der ganzheitlichen Bilanzierung ist die Ökobilanz (Life Cycle Assessment – LCA), die die  Umweltauswirkungen des Gebäudes und einzelner Elemente ermittelt. Die Daten für jedes einzelne Produkt liefert wiederum die EPD. Weil bislang eine einheitliche europäische EPD-Lösung fehlte, konzentrierten sich die verschiedenen Bewertungssysteme auf länderspezifische Lösungen. Dies führte für die Hersteller aber zu einem inakzeptabel hohen Aufwand, da sie diverse EPD erstellen mussten. Die ECO Platform soll dieses Problem lösen.

Die Europäische Kommission will, dass Konsumenten vor ihren Kaufentscheidungen Umweltinformationen zu Produkten erhalten. Dazu befindet sich das Konzept des "Product Environmental Footprint" (PEF) in der Testphase. Ein solcher ökologischer Fußabdruck kann zwar für Konsumgüter sinnvoll sein. Bei Bauprodukten wäre dieser aber irreführend, da die Gesamtbilanz des Gebäudes entscheidend ist. Dazu dienen die EPD die Grundlage für eine ganzheitliche Bilanzierung. PEF kann hingegen Vergleichsmaßstäbe für Endverbraucher bieten. Dabei sollten aber beide Formate auf derselben Datengrundlage beruhen, um doppelten Aufwand für die Hersteller und Verwirrung am Markt zu vermeiden.

pgl

 

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