Polystyrol-Aufbereitungsanlage in Kanada seit August in Betrieb

30. November 2018

Im kanadischen Montréal hat das Technologie-Startup Polystyvert  die weltweit erste Anlage für die lösemittelbasierte Aufbereitung von Polystyrol eröffnet. Die Materialien aus der Pilotanlage im Industriepark Anjou haben gleichartige Leistungsmerkmale wie Neuware, so das Unternehmen.

2019 geht im holländischen Terneuzen eine technologisch vergleichbare Anlage in Betrieb. Damit sei ein zu 100 Prozent geschlossener Stoffkreislauf für die Styropor-Wirtschaft Realität, berichtet die österreichische Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum (GPH). "Die Anlage funktioniert – wie kanadische TV Stationen bereits berichteten – und kann besichtigt werden", freut sich Dr. Clemens Demacsek, Geschäftsführer der GPH Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum. "Mit diesem Technologie-Startup-Unternehmen kommt nun zusätzlich Bewegung in den Recyclingprozess von Styropor, denn die kanadischen Newcomer planen acht Werke mit einer Leistung von je 20.000 bis 30.000 Tonnen pro Jahr in Europa zu errichten". Das von Polystyvert entwickelte Verfahren ist in der Lage Verunreinigungen, aber auch Farben, Gerüche, Graphit und vor allem HBCD aus dem Alt-Styropor zu entfernen. Es kommt damit zu ähnlichen Ergebnissen, wie das vom Fraunhofer-Institut entwickelte "CreaSolv-Verfahren".

 
Das von mittlerweile 60 Herstellern aus der gesamten Wertschöpfungskette initiierte und auf dem "CreaSolv-Verfahren" basierende Projekt "PolyStyreneLoop" nimmt ebenfalls konkrete Formen an. In Terneuzen (Niederlande) wird 2019 eine Demonstrationsanlage mit einer Jahresleistung von 3.000 Tonnen errichtet. Dabei können nicht nur verschmutzte Baustellenabfälle mit beispielsweise Putzanhaftungen verarbeitet werden, sondern auch Alt-Styropor mit dem Flammschutzmittel HBCD. Das im HBCD enthaltene wertvolle Brom wird zurückgewonnen und wiederverwendet. Auch dieses Recyclingkonzept trage zu einer hundertprozentigen Kreislaufwirtschaft bei und soll in anderen Ländern eingeführt werden, so der GPH.

Trennung von Verbundmaterialien, Sammlung und Transport sind gelöst

Für die Trennung von Verbundmaterialien stehen bereits erste Techniken zur Verfügung. So kommt beispielsweise "Powerbrush" bei der Trennung von Flachdachplatten und Bitumenbahnen zur Anwendung. Um den Transport von Alt-Styropor zum Recyclingwerk zu optimieren wurden in der Zwischenzeit zwei Techniken entwickelt. Zum einen bietet sich die Möglichkeit aus den Schaumstoffen Polystyrol-Briketts zu pressen, zum anderen können die Schaumstoffe vor Ort aufgelöst und die Lösung zum Werk transportiert werden. Die Sammlung und Lagerung von Polystyrol-Abfällen hat bereits begonnen; bis zum Produktionsstart sollen 500 Tonnen Polystyrol gelagert werden.

"Mit dem Fraunhofer "CreaSolv-Verfahren" ist ein großer Durchbruch für die gesamte Branche gelungen. Kein anderer Dämmstoff verfügt aktuell – neben dem mechanischen Recycling, der thermischen Verwertung und nun auch dem chemisch-physikalischen Recycling – über so viele Verwertungs-/Recycling-Möglichkeiten wie Styropor. Die Demonstrationsanlage in Terneuzen, aber auch das Start-up-Projekt "Polystyvert" aus Kanada ermöglichen ein echtes Recycling im Sinne von Cradle-to-Cradle (C2C). Styropor ist damit sowohl aus ökonomischer, wie ökologischer Sicht die beste Dämmstoff-Lösung", meint Dr. Clemens Demacsek.

Quelle: GPH

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