Forscher wollen Dämmung ins Contracting einbinden

14. Januar 2014

Energiespar-Contracting ist in Deutschland inzwischen als Möglichkeit zur Erschließung privaten Kapitals für die energetische Gebäudesanierung etabliert. Über 100 Vorhaben wurden in den letzten Jahren erfolgreich durchgeführt.

"Bisher hat sich Contracting jedoch auf die Erneuerung der Gebäudetechnik beschränkt", sagt Rüdiger Lohse, Leiter Contracting bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden Württemberg KEA. "Hier gibt es Berechnungswerkzeuge für Projektentwickler und Contractoren. Die Energieeinsparung mit erneuerten technischen Geräten ist gut prognostizierbar und damit auch die finanzielle Entlohnung der ausführenden Firmen."

Bei Sanierungsvorhaben, die auch die Dämmung der Gebäudehülle einbeziehen, ist der Erfolg für die Beteiligten nicht so einfach abzuschätzen. Contracting hat es hier schwer. Unter anderem fehlen normierte Daten. Diese Lücken zu schließen, ist eine Aufgabe zweier Forschungsprojekte – eines internationalen und eines rein deutschen –, deren Leitung die KEA übernommen hat.

Ziel ist es, ausgehend von einem breiteren Contractingansatz, neue Geschäftsmodelle zur integralen Sanierung zu entwickeln. Sie sollen ebenfalls Einsparziele garantieren und nur geringe eigene Finanzmittel benötigen.

Das deutsche Forschungsprojekt ist in fünf Abschnitte aufgeteilt, international wird ähnlich vorgegangen. Im ersten Abschnitt steht die Datenerhebung im Vordergrund. Auf dieser Basis werden im zweiten für verschiedene Gebäudetypen mit Hilfe von weiterentwickelten Simulationsprogrammen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt und die Energieeinsparung ermittelt.

Abschnitt drei beschäftigt sich besonders mit neuen Geschäftsmodellen und der Minimierung von finanziellen Risiken. In Abschnitt vier und fünf werden Machbarkeitsstudien, Pilotprojekte und ein umfassender Leitfaden für die Branche erarbeitet. Die Ergebnisse werden öffentlich zugänglich gemacht.

Beim Energiespar-Contracting saniert der Contractor auf eigene Rechnung, garantiert langfristig eine vereinbarte Energieeinsparung und trägt das finanzielle Risiko, falls das Einsparziel nicht erreicht wird. Entlohnt wird er über die tatsächlichen Energie- und Betriebskosteneinsparungen in einem bestimmten Zeitraum.

Der Auftraggeber erhält im Gegenzug Gebäude mit effizienter Anlagentechnik. Durch einen Ideenwettbewerb in der Ausschreibungsphase wird sichergestellt, dass der Auftraggeber die beste Lösung bekommt.

 

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