Dämmung mit Jute als günstige ökologische Perspektive

02. September 2015

Der Online-Händler Benz24 vertreibt einen Dämmstoff aus Jutefasern. Das Grundmaterial hierfür bilden Jutesäcke, die bisher für den Transport von Kakao- und Kaffeebohnen genutzt wurden. Im Vergleich mit anderen Naturdämmstoffen sei die Dämmung mit Jute günstiger, und das bei bestem Wärme- und Hitzeschutz, wirbt der Shop für sein Produkt.

Bisher gab es nur Dämmstoffe mit Jutefaser-Anteil, die auch einen gewissen Hanf-Anteil enthielten. Diesen Anteil braucht es nicht mehr. Das Dämmmaterial namens Benz24 Thermo Jute Flex besteht zu 85 bis 90 Prozent aus Jutefasern. Verglichen mit anderen ökologischen Dämmstoffen ist die Jute-Dämmung günstig. Bei einer Dämmstoffstärke von 180 Millimetern kostet das Dämmmaterial 14,99 Euro pro Quadratmeter und ist damit zirka 18 Prozent günstiger als die ökologische Hanfdämmung mit gleicher Dämmstoffdicke.

Jute-Dämmung mit geringer Wärmeleitfähigkeit
Der Jutedämmstoff hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit von nur 0,038 W/mK (Watt pro Quadratmeter und Grad Kelvin). Zum Vergleich: Die Wärmleitfähigkeit von Hanf liegt mit 0,04 W/mK darunter.

Upcycling für Jutesäcke
Das Besondere am Jutefaser-Dämmstoff ist, dass sein Grundmaterial auf ausgedienten Jutesäcken basiert. Sie transportierten einst Kakao- und Kaffeebohnen aus aller Welt zu deutschen Schokoladenherstellern und Kaffeeröstern. Normalerweise blühte den gebrauchten Jutesäcken das gleiche Schicksal wie Wegwerflaschen: Sie landeten in der Müllverbrennung. Dank des sogenannten „Upcycling“-Verfahrens erhalten die Jutefasern einen zweiten Lebenszyklus. Das heißt, der eigentliche Abfall wird zu einem höherwertigen Produkt weiterverarbeitet.

Wiederverwertung gelingt in mehreren Schritten
Zunächst kommen die Jutesäcke zu einer so genannten Reißerei, welche die Fasern für die Herstellung der Dämmstoffe aufbereitet. Die gebrauchten Transportsäcke werden dort maschinell auseinandergerissen, sodass am Ende wieder hochwertige Jutefasern entstehen. Die Reinigung der Fasern erfolgt gleichzeitig mit der Brandschutz-Ausrüstung des Dämmmaterials. Hierzu werden die Jutefasern mit dem Mineral Soda, auch Natriumcarbonat genannt, zusammengeführt. Soda fungiert als eine Art Seife und auch als Brandschutz.

Textile Stützfaser wird als Bindemittel eingesetzt
Um aus den Jutefasern ein Vlies entstehen lassen zu können, müssen die Fasern mit einem Bindemittel fest miteinander verbunden werden. Anstelle eines chemischen Bindemittelleims verwendet man bei der Jutedämmung eine textile Stützfaser namens PET-Bikofaser. Das PET (Polyethylenterephthalat), aus welchem die Stützfaser hergestellt wird, kommt auch bei der Produktion von Mehrweg-Kunststoffflaschen zum Einsatz. Anschließend wird in der Krempelanlage in einem mechanischen Vorgang ein Vlies hergestellt, welches zum Schluss im Thermobonding-Verfahren auf 170 Grad Celsius erhitzt wird. Auf diese Weise schmelzen die PET-Bikofasern mit den Jutefasern zusammen und das Vlies verfestigt sich. Während der Herstellung werden keine schädlichen Stoffe an Mensch und Umwelt abgegeben. Gesundheitlich unbedenklich ist er auch für Haut und Atemwege, so Benz24.

Tropische Faser wächst schnell
Die Jutefaser gilt als ein besonders schnell nachwachsender Rohstoff. Jute, eine pflanzliche Faser der tropischen Corchorus-Pflanzen, wird hauptsächlich in Bangladesch und Indien angebaut.

Quelle: Benz24

 

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