Ambitionierter Wärmeschutz bringt Reduktion um 65 Prozent

17. September 2015

Mit dem Projekt "Dämmbarkeit des deutschen Gebäudebestands“ lotet das ifeu gemeinsam mit der Beuth Hochschule für Technik Berlin die Potenzialgrenzen der Gebäudeeffizienz aus. Bei hohen Ambitionen lassen sich gegenüber 2011 maximal 65 Prozent Nutzwärme einsparen.

Ziel der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Studie ist es, die Einsparpotenziale für den Nutzwärmeverbrauch in Gebäuden zu quantifizieren. Folgende Fragen sollen beantwortet werden: Wie stark kann der Wärmeverbrauch im Gebäudebereich gesenkt werden? Wie hoch wäre der Wärmeverbrauch, wenn alle deutschen Gebäude auf den besten möglichen Zustand saniert werden könnten. Wie rasch könnte dieser Zustand schnellstens erreicht werden?

Einige Gebäude können aufgrund von Restriktionen nicht beliebig gedämmt, abgedichtet oder mit Wärmerückgewinnungsanlagen ausgestattet werden. Aber auch die effizientesten Gebäude haben weiterhin Wärmeverluste, wenn auch in geringem Maß. Die Summe dieser Wärmeverluste – zuzüglich des Wärmebedarfs für die Warmwassererzeugung - bildet einen Sockel, der durch technische Maßnahmen nicht weiter zu reduzieren ist.

Dieser Sockel repräsentiert das theoretische Potenzial von Effizienzmaßnahmen im Gebäudebereich. Würde für alle Gebäude bereits im Startjahr 2011 der bestmögliche Wärmeschutz, die höchstmögliche Dichtheit und die größtmögliche Verbreitung vonWärmerückgewinnungsanlagen angenommen, wäre der Nutwärmebedarf um 81 Prozent geringer ausgefallen. Diese 81 Prozent stellen also das theoretische Maximum der Sparbemühungen dar.

Klar ist: Dieses theoretische Einsparungspotenzial wird sich bis 2050 nicht ausschöpfen lassen. Die Wissenschaftler haben daher zwei weitere Szenarien betrachtet:

    1. Das Trendszenario:
      Die Entwicklung von Sanierungsrate und -tiefe sowie von Neubau und Abriss wird auf dem bisherigen Ambitionsniveau in die Zukunft fortgeschrieben. Dieses Trendszenario stellt die

      Obergrenze für den Verlauf des Nutzwärmeverbrauchs dar, die Wissenschaftler gehen also davon aus, dass der Ambitionsgrad in Zukunft nicht weiter sinken wird. Unter diesen Annnahmen wird der Nutzwärmeverbrauch inklusive des Warmwasserverbrauchs für Wohn- undNichtwohngebäude bis 2050 um 37 Prozent sinken.

 


    1. Szenario engagierter Klimaschutz

      Der Nutzwärmeverbrauch wird mit maximalem Ambitionsniveau reduziert. Dieses Szenario repräsentiert dem Abschlussbericht des Projekts zufolge das realisierbare Potenzial, das durch

      Dämm- und Dichtungsmaßnamen sowie durch Wärmerückgewinnung unter aus heutiger Sicht sehr ambitionierten Annahmen erschlossen werden kann. Die Nutzungsdauern der Bauteile wurden innerhalb einer realistischen Bandbreite durch deutliche Vorzieheffekte verkürzt.

      In diesem Maximalszenario beträgt die Einsparung an Nutzwärme 65 Prozent gegenüber dem Startjahr 2011.



Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse kommen die Experten von ifeu und Beuth Hochschule für Technik Berlin in ihrem Abschlussbericht zu dem Schluss, dass das Ziel der Bundesregierung, den nicht erneuerbaren Primärenergiebedarf bis 2050 um 80 Prozent zu senken allein durch bauliche Energieeffizienzmaßnahmen nicht zu erreichen ist. Nötig ist zudem eine Reduktion der Anlagenverluste und Primärenergiefaktoren. Sie muss je nach Szenario in einem Bereich zwischen 43 und 68 Prozent liegen.

Quelle: ifeu / sth

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