Hans-Gerd Heye

Wintercheck: Jetzt Fenster und Türen auf Dichtheit überprüfen

Hans-Gerd Heye, 19. Oktober 2015

Nicht nur ein Blick in den Kalender, sondern auch die zunehmend kälteren Temperaturen zeigen an, dass bald der Winter Einzug hält. Wer es nun als Hausbesitzer mit wenig Heizenergieeinsatz behaglich warm haben will, braucht neben einer modernen energieeffizienten Heizanlage einen guten baulichen Wärmeschutz.

Letzterer erfordert neben einer fachgerechten Wärmedämmung von Dach und Außenwänden sowie Warmverglasung der Fenster eine hohe Luftdichtheit der Gebäudehülle, damit kostbare Wärme nicht übermäßig entweicht. Wer unnötige Wärmeverluste verhindern will, sollte deshalb potentielle „Wärmelecks“– Fenster und nach außen führende Türen – auf Dichtheit überprüfen.

Das lohnt sich, denn schon bei einem nach EnEV 2014 wärmegedämmten Einfamilienhaus beträgt der Wärmeverlust-Anteil durch Fenster am Gesamtwärmeverlust durch die Gebäudehülle mehr als 50 Prozent. Der prozentuale Anteil steigt mit zunehmendem Energieeffizienzhaus-Standard überproportional an. Klar ist auch: Lüften muss regelmäßig stattfinden, und zwar am besten mehrmals am Tag einige Minuten Stoßlüften. Dauernde Kipp-Stellung der Fenster lässt jeglichen Sparversuch an der Fassade Makulatur werden.

Kontrolle und eventuell erforderliche abdichtende Maßnahmen sind auch ohne Fachwissen und mit etwas handwerklichem Geschick meist zügig umzusetzen. So schließen Fenster zum Beispiel nach einer gewissen Zeit oft nicht mehr richtig. Hier schafft in der Regel schon das Ölen der Beschläge oder das Nachjustieren der Fensterflügel Abhilfe.

Die meisten Dichtheits-Probleme bei Fenstern sind leicht erkennbar, wie bröckelnder Kitt zwischen Verglasung und Rahmen sowie Risse, wie sie beispielsweise bei älteren Holzfenstern häufig auftreten. Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein Fensterrahmen luftdicht ist, können Sie dies mit einer brennenden Kerze überprüfen. Eine durch Zugluft flackernde Flamme zeigt an, wo sich undichte Stellen befinden. Eine weitere zu kontrollierende Schwachstelle bezüglich der Luftdichtheit ist zudem der Anschluss zwischen Fensterrahmen und Außenwand.

Das preisgünstigste Mittel zum Abdichten von Ritzen sind leicht zu verklebende Schaumstoffdichtungsbänder. Allerdings müssen sie je nach Beanspruchung des Fensters nach etwa zwei Jahren erneuert werden. Für eine längerfristige Lösung bieten sich Profildichtungen an, die allerdings auch teurer sind. Und noch ein Tipp: Beachten Sie bei Verwendung von Klebebändern, dass die Verarbeitungstemperatur nicht unter 5 Grad Celsius liegen darf.

Ein weiteres typisches Dichtheitsproblem stellen Außentüren dar. Schmale Spalten von drei bis fünf Millimeter zwischen Tür und Rahmen kann man dabei wie bei Fenstern relativ einfach mit einem Dichtungsband oder einer Profildichtung abdichten. Zentraler Schwachpunkt ist meistens die Spalte unter der Tür.

Bei einem harten und glatten Bodenoberfläche empfiehlt sich hier eine den Unebenheiten des Bodens anpassende, federgelagerte Bürstendichtung, die per Schrauben oder Kleber am Türblatt befestigt wird. Als Alternative bieten sich abdichtende Magnetleisten an. Auch provisorische Lösungen sind hilfreich. So trägt eine zusammengerollte, innen vorgelegte Decke schon zur deutlichen Minderung der Zugluft bei.

Wer sich den „Do-it-yourself-Wintercheck“ ersparen will oder exakte Daten zum tatsächlichen Wärmeschutz seiner Immobilie wünscht, sollte einen Baufachmann mit der Überprüfung der Luftdichtheit der Gebäudehülle beauftragen. Er kann u. a. durch eine sogenannte a-Wert-Messung die nach DIN 12207 zugelassene Fugendurchlässigkeit der Türen und Fenster kontrollieren sowie durch einen Blower-Door-Test andere undichte Stellen in der Gebäudehülle aufdecken (weitere Informationen s. a. www.ean50.de). Um vorausschauend und dauerhaft einen hohen Wärmeschutz zu gewährleisten, kann auch der Abschluss eines Wartungsvertrages sinnvoll sein.

 

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Kommentare  

Daniel Montag, 19. Oktober 2015 21:43
Ein interessanter und wahrscheinlich oft übersehener Ansatz. Gerade bei Fenstern lässt sich mit etwas Dichtmasse über einen langen Winter hin sicher einiges an Energie einsparen. Danke für den Hinweis, werde da auch selbst nochmal genauer hinschauen und bestimmt noch ein paar Euro reinholen ;)
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