Hans-Gerd Heye Wärmeschutz nicht auf die lange Bank schieben

Die Sonne scheint, es wird immer wärmer, da denkt doch keiner an baulichen Wärmeschutz. Dass ist zwar verständlich, aber im Grunde ein Fehler. Wenn Sie sich als stolzer Althausbesitzer schon im vergangenen Winter über den hohen Heizenergieverbrauch geärgert haben (vermutlich auch aufgrund der schlechten Wärmedämmung ihres Hauses), sollten Sie jetzt handeln. Durch „Aussitzen“ bleiben Ihre Heizkosten sonst auch im nächsten Winter hoch. Angesichts der permanent steigenden Energiepreise drohen sogar noch höhere Kosten als im Vorjahr.

Agieren statt resignieren muss das Motto sein. Mal auf die Schnelle, sozusagen „hoppla-hopp“, geht es allerdings nicht. Wie bei fast allen aufwendigeren Baumaßnahmen ist nämlich auch bei der Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes ausreichend Vorlaufzeit zu berücksichtigen. Dies gilt für die sorgfältige Planung von z. B. Wärmedämm-Verbundsystemen oder anderer Energie einsparender Alternativen ebenso wie für den rechtzeitigen Abschluss ihrer Finanzierung. Welche staatlichen Fördermittel aktuell zu welchen Konditionen vorhanden sind, ist für Laien wenig durchschaubar. Grund: es gibt je nach Bundesland und Kommune unterschiedlichste Fördermöglichkeiten. Welche Förderung sich für Ihre Pläne am besten eignet, und wie sie optimal zu nutzen sind, kann daher nur ein erfahrener Energieberater beurteilen. Wenn Sie vorher noch Informationen sammeln wollen, hilft Ihnen in vielen Kommunen auch eine kostenlose Beratung durch Energieberatungsstellen. Eine aus meiner Sicht sehr anschauliche Informationsquelle ist z. B. unter www.alt-bau-neu.de zu finden. Hierbei handelt es sich um eine Initiative von Kreisen und Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die sehr übersichtlich und verständlich Informationen zur Energieberatung und Förderung vermittelt.

Damit sind die zu berücksichtigenden Aspekte noch nicht vom Tisch. Selbst wenn die finanzielle Förderung sehr hilfreich ist, ohne Eigenkapital geht es im Regelfall nicht. „Ohne Moos nichts los“ – das gilt, salopp formuliert, auch für die Umsetzung von verbessertem Wärmeschutz. Wenn das energetische Gesamtkonzept und der Investitionsrahmen festgelegt sind, muss durch Gespräche mit der Bank das notwendige Kapital sichergestellt werden. Das kostet ebenfalls Zeit. Anschließend erfolgt die Auswahl des Bauhandwerkers. Sich schon von vornherein auf einen Betrieb festzulegen, ist nur bei sehr großem Vertrauen sinnvoll. Im Normalfall sollten mehrere Angebote eingeholt und miteinander verglichen werden

Was ich damit sagen will: bevor es wirklich losgeht, vergehen schnell mehrere Monate. Und das gilt auch nur, wenn der ausgewählte Fachbetrieb dann sofort Kapazitäten frei hat.

Dann spielt natürlich auch das Wetter eine Rolle. Zwar kann das Klima im Herbst noch recht mild sein, verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Arbeiten an der Fassade, bei denen z. B. alte undichte Fenster durch moderne Fensterkonstruktionen ersetzt werden, sind bei kühleren Temperaturen für den Gebäudenutzer nun mal nicht so angenehm wie während der warmen Sommermonate. Auch für die Montage eines Dämmsystems sind Mindest-Temperaturen wichtig: Kleber und Putze brauchen bei vielen Systemen mindestens fünf Grad Celsius, damit sie zuverlässig abbinden. Droht Nachtfrost, ist von Fassadenarbeiten abzuraten. Das heißt: Ab spätestens Oktober kann es kritisch werden mit dem Bauen draußen.

Also: Handeln Sie jetzt! Ergreifen Sie Initiative und bereiten Sie schon bald die ersten Schritte vor – damit Sie sich zu Beginn der kalten Jahreszeit nicht vorwerfen müssen, auch in diesem Jahr wieder den richtigen Zeitpunkt verpasst zu haben.

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