Hans-Gerd Heye

Sichere Sonnenschutzbefestigung auch bei WDVS

Hans-Gerd Heye, 03. August 2016

Der Sommer geht zwar langsam zu Ende. Trotzdem kann es bis in den September hinein an manchen Tagen noch richtig heiß werden. Da denkt der eine oder andere hitzegeplagte Hausbesitzer schon mal darüber nach, ob er sich zukünftig nicht mit Sonnenschutzeinrichtungen wie einer Markise vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen sollte.

Markisen sind nicht billig, aber als Hitzeschutz und steuerbare Schattenspender besonders effektiv und deshalb sehr beliebt. Allerdings führt ihre Verankerung zu erheblichen Druck- und Zugkräften in der Außenwand. Schließlich handelt es sich bei einer Markise nicht um eine leichte Konsollast wie ebenfalls an der Fassade zu montierende Türklingeln oder Namensschilder. Neben einem Gewicht von 40 bis 80 Kilogramm je nach Modell und Bauart sind zudem Windkräfte und Belastungen aus ihrer Bedienung zu berücksichtigen.

Sind solche schweren Konsollasten denn auch an einer mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) verkleideten Fassade sicher zu befestigen fragen sich deshalb verunsicherte Hausbesitzer. Denn leider wird auch zu diesem Thema insbesondere von „WDVS-Gegnern“ viel Unsinn verbreitet. So wird manchmal behauptet, dass Markisen an WDVS-Fassaden nur mit extrem viel handwerklichem Aufwand sicher zu fixieren sind. Außerdem seien dadurch Wärmebrücken, die den baulichen baulichen Wärmeschutz reduzieren, nicht zu verhindern.

Solche Behauptungen erweisen sich bei näherer Betrachtung als unwahr. Tatsache ist, dass bei WDVS-Fassaden schon mittelschwere Konsollasten wie eine Leuchte eine Befestigung in der tragenden Wand erfordern. Ein WDVS ist weder statisch tragfähig noch hoch druckbelastbar. Es gibt deshalb für entsprechende Abstandsverankerungen bei schon vorhandenem WDVS eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme auf dem Markt. Ich empfehle aus Gewährleistungsgründen die Ausführung durch einen Fachhandwerker.

Natürlich haben zumindest die führenden WDVS-Hersteller für schwere Konsollasten wie Markisen ebenfalls maßgeschneiderte Befestigungslösungen im Angebot. Die Anwendung solcher systemkonformen Lösungen hat u. a. den Vorteil, dass sie vor der Markteinführung von den Herstellern sorgfältig an mit ihren WDV-Systemen verkleideten Fassaden auf ihre Haltbarkeit und Montagefreundlichkeit überprüft werden.

Apropos Sonnenschutz - darüber sollte man sich schon bei der Planung einer WDVS-verkleideten Fassaden Gedanken machen. So sind viele Befestigungslösungen zusammen mit dem WDVS an der tragenden Außenwand zu montieren. Außerdem muss es beim Sonnenschutz ja nicht unbedingt eine Markise sein. Schon eine vor dem Fenster angebrachte Jalousie schützt wirkungsvoll vor einer Überhitzung der Innenräume. Vom Fenster- oder Rollladenbauer nachträglich installierte Jalousiekästen, die herauskragend das optische Erscheinungsbild der Fassade beeinträchtigen, kann man sich ersparen, wenn stattdessen in die Dämm-Ebene integrierte Jalousie-Elemente des jeweiligen WDVS-Herstellers genutzt werden.

Solche System-Zubehörteile lassen sich wie Dämmplatten verkleben und zusätzlich über Montagewinkel am Untergrund befestigen. Ein wesentlicher Pluspunkt ist, dass neben der Minimierung von Wärmebrücken der WDVS-Verarbeiter auch den zügigen Einbau der Jalousiekasten-Elemente übernehmen kann. Damit werden Abstimmungsprobleme zwischen Rollladenbauer und WDVS-Verarbeiter und dadurch eventuell entstehende Einbaufehler vermieden.

Fazit: Für welche Lösung Sie sich beim Sonnenschutz auch entscheiden, ein WDVS auf der Außenwand schränkt die Wahl im Normalfall nicht ein.

 

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