Martin Sambale

Kosten und Wirtschaftlichkeit hocheffizienter Gebäude

Martin Sambale, 14. Juli 2016

Und schon haben wir Sie wieder – die Rufe, dass die Anforderungen der EnEV zu hoch seien. In die aktuelle Diskussion um das geplante neue Gebäudeenergiegesetz, das EnEV und EEWärmeG ablösen soll, mischen sich einige Gruppen, die fordern, dass es keine Verschärfung der energetischen Standards geben dürfe.

Im Gegenteil, manche wollen sogar eine Abschwächung. Wenn es darum geht, solche Forderungen zu begründen, dann werden Beispiele von einzelnen Pilotgebäuden herangezogen, bei denen die Wirtschaftlichkeit in der Tat deutlich verfehlt wurde.

Bei dieser Diskussion hilft der Blick über den Tellerrand, sprich über die Grenze nach Österreich, sehr gut weiter. Die Neue Heimat Tirol, die Wohnbaugesellschaft des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck, setzt seit Jahren konsequent auf den Passivhausstandard. Bereits über 2.000 Wohneinheiten wurden im Passivhausstandard gebaut, weitere 1.000 Wohneinheiten sind in Planung und sämtliche Neubauvorhaben werden im Passivhausstandard durchgeführt.

Dabei hat die Neue Heimat Tirol systematisch an der Kostenoptimierung gearbeitet, so dass nur noch sehr geringe Mehrkosten gegenüber einem normalen Niedrigenergiehaus zu verzeichnen sind. Aktuell sind 5.00 Wohneinheiten in Planung, die sogar für einen Mietpreis von 5 Euro pro Quadratmeter angeboten werden sollen. Möglich wird dies dank optimierter Baukosten und einer guten Förderung durch das Bundesland Tirol.

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist dabei, dass die Neue Heimat Tirol die Gebäude im Passivhausstandard als ihr Standardprodukt quasi in eine Serienfertigung überführt hat. Während bei uns viele Wohnbaugesellschaften und Bauträger mal ein einzelnes hocheffizientes Gebäude bauen, und dann sämtliche Mehrkosten des Pilotbaus auf den besseren Energiestandard schieben und darüber lamentieren, dass Energieeffizienz zu teuer sei, hat die Neue Heimat Tirol Schritt für Schritt ihre Bauweise optimiert.

So gibt es für Architekten und Fachplaner klare Vorgaben, wie Details und Anschlüsse auszuführen sind oder wie die Lüftungsanlage zu planen ist. Eine Standardisierung, die sich sowohl bei den Baukosten wie auch im Betrieb bezahlt macht, da so über die Jahre die meisten Fehler und Problemstellen ausgemerzt werden konnten.

Und, was vielleicht der wichtigste Erfolgsfaktor bei der Neuen Heimat Tirol ist: der Passivhausstandard, gut gedämmte Gebäudehüllen und eine Komfortlüftung sind einfach Normalität, kein Mieter wird speziell davor gewarnt, dass er in einem besonderen Haus wohnt – und damit werden auch keine Vorbehalte aufgebaut, es funktioniert halt ganz einfach. Dies kann man auch unter neueheimattirol.at/ betrachten. Es geht hier wie bei jeder anderen Wohnbaugesellschaft nur ums Wohnen – Energieeffizienz ist kein besonderes Thema. Hier wird gehandelt und nicht lange um das Thema herum geredet.

 

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