Ronny Meyer Am Südpol nichts Neues – Starten wir jetzt mehr Klimaschutz privat

Können Sie Worte wie „Klimaschutz“ und „Nachhaltigkeit“ noch hören? Vielen kommen sie schon zu den Ohren raus, zugleich hat dieses unendlich wichtige Thema in den Wochen des Wahlkampfs kaum eine Rolle gespielt. Um so mehr: Schön, dass Sie angefangen haben, diesen Beitrag zu lesen.

„Wir haben die Erde von unseren Kindern …“ Die meisten Menschen winken ab. Wir werden beim Diesel-Abgasskandal zwar hellhörig – aber nicht aktiv. Beim Eier-Skandal vor sieben Wochen sind wir ganz kurz in Panik geraten. Immerhin! Erinnern Sie sich, dass die Medien kurz zuvor gemeldet hatten, dass sich ein riesiger Eisberg durch einen Riss von der Antarktis gelöst hat und nun nach Norden in wärmere Gewässer treibt und vermutlich in zwei bis drei Jahren vollständig geschmolzen sein wird? Das wurde nicht zum Stadtgespräch. Ein Eisberg, der schmilzt? Nichts Neues! Es ist schon ein Kreuz mit Klimawandel und Klimaschutz. Ein eher langweiliges Thema.

Tatsächlich ist der Klimawandel aber ein ganz realer Thriller – und wir sind mittendrin. Das schrieb zumindest kürzlich der amerikanische Journalist David Wallace-Wells im New York Magazin. Unter der Überschrift „Die unbewohnbare Erde“ erläuterte er die Kettenreaktion, die auf Grundlage des Klimawandels längst abläuft: „Es wird viel häufiger Stürme geben, die so stark sein werden, dass wir neue Kategorien zu ihrer Beschreibung erfinden müssen.“ Die Bilder dazu kommen derzeit schon aus der Karibik. Die deutsche Übersetzung („Der Planet schlägt zurück“) hat das Magazin „der Freitag“ veröffentlicht (https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-planet-schlaegt-zurueck ). Dieser Beitrag wurde im Netz erwartungsgemäß kontrovers diskutiert. Etwa hier:

https://www.piqd.de/klimawandel/klimawandel-ein-worst-case-szenario

Autorin Daniela Becker: „Wenn man sachlich über das Thema schreibt – obwohl die Bedrohungslage wirklich erheblich ist – dann interessieren sich deutlich weniger Menschen dafür (wenn überhaupt). Ich glaube, es war der SZ-Redakteur Alex Rühle, der vor Jahren mal sinngemäß geschrieben hat: ,Was sollen die Klimawissenschaftler machen, um Gehör zu finden: Sich mit Benzin überschütten und vor der UN in Brand stecken?‘“

Rückblick: Die Weltgemeinschaft hatte im Dezember 2015 über alle erdenklichen Grenzen hinweg bei der Weltklimakonferenz in Paris beschlossen, gemeinsam dem Klimawandel entgegenzutreten. „Die Vereinbarung wird auf der ganzen Welt gefeiert“, schrieb damals die Süddeutsche Zeitung. Seitdem sind fast zwei Jahre vergangen und es wird wohl noch etwas dauern, bis alle Entscheider aus Politik und Wirtschaft mit ihren unterschiedlichen Interessen und Sichtweisen eine gemeinsame, wirkungsvolle Richtung festgelegt haben. Bei uns in Deutschland ist ein Agieren für den Klimaschutz seit dem vergangenen Sonntag sicherlich nicht einfacher geworden – ohnehin ist der Schutz der Erde eine globale Aufgabe.

Es gibt noch eine andere Komponente: Damit aus dem Klimaschutz-Abkommen mehr wird als nur 31 Seiten bedrucktes Papier, müssen wir alle, die Bürgerinnen und Bürger, zum Zeitpunkt X dort aktiv in den Prozess eingebunden sein. Oder mit anderen Worten: Wir müssen früher oder später unsere Gewohnheiten ändern. Stichworte sind: Wohnen, Ernährung und Mobilität. Niemand wird etwas dagegen haben, wenn wir den Zeitpunkt X nach vorn ziehen und jeder einzelne die Sache selbst in die Hand nimmt. Jeder kann schon heute sein ganz privates Mosaiksteinchen zum Klimaschutz definieren, entwickeln und in die Tat umsetzen. Das ist ja auch der Charme an dieser Aufgabe. Also, packen wir‘s an. Inspiration hierzu gibt es reichhaltig, etwa unter

http://www.2000watt.ch/die-2000-watt-gesellschaft/
https://de.wikipedia.org/wiki/Transition_Town

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