Ronny Meyer Titelgeschichte im SPIEGEL: falsche Berechnungen, falsche Schlussfolgerungen

Der SPIEGEL vom 01.12.2014 mit dem Titel “Die Volksverdämmung: Wie Mieter und Hauseigentümer um Milliarden betrogen werden” liefert auf seinen 8 Seiten keinen einzigen Hinweis darauf, dass der Titel stimmt. Im Gegenteil: bei genauem Betrachten sind die Aussagen falsch, die die Unwirtschaftlichkeit einer Fassadendämmung “beweisen” sollen:

Seite 64, linke Spalte, 2. Absatz: “Viele von Ihnen haben bereits vor Jahren …. doppelverglaste Fenster eingebaut…, weil sich mit diesen Maßnahmen, anders als häufig bei der Fassadendämmung, tatsächlich viel Geld sparen lässt.”

Eine Aussage nach der Devise “stark behauptet ist besser als schwach bewiesen”. Tatsächlich ist es folgendermaßen: Mit doppelverglasten Fenstern, die schon vor Jahren eingebaut wurden, gab es U-Wertverbesserung von 5 bis 6 W/m2K auf bestenfalls 2,0 W/m2K oder knapp darunter. Kosten: 400 bis 500 Euro pro Quadratmeter, ergibt bei 30 Quadratmeter Fensterfläche 12.000 bis 15.000 Euro Kosten. Energieeinsparung: ca. 600 Euro pro Jahr (gerechnet mit 80 Cent pro Liter Heizöl). Beim WDVS auf einer zuvor ungedämmten Wand sinkt der U-Wert von 1,5 (60er-Jahre Haus) auf 0,2 W/m2K. Kosten: 120 Euro pro Quadratmeter, macht bei 150 Quadratmeter Fassade rund 18.000 Euro. Die Einsparung in diesem Beispiel: ca 1.200 Euro pro Jahr. WDVS spart mehr Energie für weniger Investition als Fenster, was jeder Fachmann ohnehin weiß. Den Einbau besserer Fenster (dreifach verglast) halte ich aber ohne Frage im Zuge einer energetischen Sanierung dennoch für sinnvoll und notwendig.

Seite 64, linke Spalte, unten:… Mieter Reischle zahlte vor dem Umbau 2010 “etwa 100 Euro im Monat für Heizung und Warmwasser. Dabei ist es geblieben”. DER SPIEGEL schlussfolgert: Die Dämmung hat nichts gebracht. ACHTUNG: Im Jahr 2010 lagen die Preise für Heizöl bei zeitweise unter 60 Cent pro Liter. Das, was Mieter Reischle heute an Nebenkosten zu bezahlen hat, wurde vermutlich im vorigen Jahr festgelegt. Da lagen die Heizölpreise teilweise bei 90 Cent pro Liter. Ohne Dämmung würde Mieter Reischle heute – sofern er mit Heizöl heizt – rund 150 Euro pro Monat für Heizung und Warmwasser bezahlen. Da sein Energiebedarf fürs warme Wasser vermutlich nicht zurückgegangen ist, hat Mieter Reischle seiner Wärmedämmung an der Fassade nicht nur zu verdanken, dass seine Heizkosten nicht höher wurden, sondern sie fängt zusätzlich auch noch die Energiepreissteigerungen beim Warmwasser ab. Wenn man mit den SPIEGEL-Zahlen weiterrechnet, kommt man zu folgendem Ergebnis: Die Investition lag bei rund 4.500 Euro (1.000.000 Euro geteilt durch 220 Wohneinheiten). Nach etwa 7,5 Jahren wäre die Investition bezahlt, bei künftigen Energiepreissteigerungen, die sehr wahrscheinlich sind, noch schneller.

Seite 64, 2. Spalte, 3. Absatz: “… könnten Eigenheimbesitzer damit rechnen, durch eine gedämmte Fassade maximal 30 Prozent des Energieverbrauchs einzusparen. Doch dann lohnt sich die Sache finanziell nicht.” Richtige Aussage, falsche Schlussfolgerung: doch es lohnt sich!!! Immer wieder dieselbe, ärgerliche Sache, von FAZ bis WELT, von WDR bis SPIEGEL: Die Redakteure rechnen nicht nach, was sie behaupten: Ein Haus mit 4.000 Euro Heizkosten pro Jahr, kann 30 Prozent davon über WDVS (also 1.200 Euro pro Jahr) einsparen. Das WDVS kostet ca. 20.000 Euro. Finanziert über 20 Jahre (2 % Zins, 4 % Tilgung – mit KfW-Mitteln noch preiswerter zu finanzieren) betragen die Kosten 1.200 Euro pro Jahr. Nur wenn die Energiepreise stabil bleiben und das WDVS nur 20 Jahre hält, hätte man keinen Gewinn gemacht (dafür aber 20 Jahre lang eine schöne, neue Fassade plus Behaglichkeit im Haus gehabt – für 0 Euro Zusatzinvestition). Da aber die Energiepreise vermutlich steigen werden, das WDVS eher 40 Jahre hält und die Zinsen der KfW aktuell bei 1 % p.a. liegen, werden mit dem WDVS zusätzlich zur schönen neuen Fassade und zur Behaglichkeit schon bald ordentliche Gewinne eingefahren. Die Aussage “spart 30 Prozent” ist richtig, nur die SPIEGEL-Schlussfolgerung ist falsch. Wertsteigerung für den Eigentümer und die Tatsache, dass jede Fassade instand zu halten ist und damit Kosten verbunden sind, sind hier immer noch nicht berücksichtigt und verschieben die Bilanz weiter zugunsten der Dämmung.

Was stimmt: Es gibt Häuser, bei denen die Fassadendämmung nicht sinnvoll ist – wenn sie beispielsweise bereits sehr gute Dämmwerte aufweisen oder wenn die Fassade zu erhalten ist. Es gibt außerdem Fälle, bei denen ein WDVS nur mit sehr viel Aufwand an die Wand zu bringen wäre, beispielsweise bei sehr verwinkelten Kubaturen oder bei fehlendem Dachüberstand. Dann ist eine Amortisationsrechnung neu aufzustellen. Grundsätzlich die Wirksamkeit des Dämmens abzustreiten, heißt aber nicht weniger, als die Physik zu leugnen.

Fazit: DER SPIEGEL kann seine Behauptung (“Betrug”), die er auf dem Titel aufstellt, in seinem Beitrag nicht nur nicht belegen, sondern beim Nachrechnen kommt heraus, dass DER SPIEGEL falsch rechnet und damit falsch argumentiert.

Frage an den SPIEGEL: Auf Seite 63 wird behauptet “Studien belegen”, dass die Kalkulationen rund um die Wärmedämmung nicht stimmen würden. Was sind das für Studien? Sie werden in dem Beitrag nicht genannt.

Noch eine Frage: Warum werden so intensiv die vielen erfolgreichen Sanierungsprojekte ignoriert? Wieso wird hier nicht zu Ende recherchiert und gezeigt, dass es hunderttausende sanierte Gebäude gibt, auf die genau das alles zutrifft – Fassade verschönert, Heizkosten gesunken, Innenraumklima behaglicher geworden! Solche Beispiele zu finden ist einfach, denn sie stehen von Flensburg bis Passau, von Aachen bis Cottbus überall in Deutschland.

Interessant: Auf Seite 76 im aktuellen SPIEGEL beginnt ein Beitrag zum Thema “Energieversorgung der Zukunft”, in dem über ein Reihenhaus-Projekt des Ökostromanbieters Lichtblick berichtet wird. Zitat: “Der Plan sieht vor, dass sich die Investitionen in wenigen Jahren amortisieren werden.” Das Energiekonzept des Reihenhauses basiert auf mehreren Säulen: Fotovoltaik, Lithiumbatterien, Blockheizkraftwerk. Eine Fassadendämmung wird nicht erwähnt. Frage: Hat das Haus eine Fassadendämmung? Ein Anruf bei Lichtblick, Abteilung Forschung und Entwicklung, klärt auf: “Ja, es hat eine Außendämmung, ein WDVS.” Warum hat der SPIEGEL diese Information unterschlagen?

Werden die Bürger tatsächlich um Milliarden betrogen, wenn sie dämmen? Oder ist WDVS eine unverzichtbare Säule der Energiewende? SPIEGEL, Du musst Dich entscheiden! Welcher Deiner beiden aktuellen Beiträge stimmt denn nun?

13 Kommentare zu „Titelgeschichte im SPIEGEL: falsche Berechnungen, falsche Schlussfolgerungen“

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  • Frank

    3. Dezember 2014 (19:34)

    Hallo,

    weder Sie noch der Spiegel geht an die Wurzel des Dämmwahnsinns.
    Haben Sie oder andere sich schonmal Gedanken darüber gemacht welche Kosten und umweltschädliche Einflüsse entstehen bei der HERSTELLUNG von Styropor?

    Nach Jahren ungehemmten Dämmens zeigen sich mehr und mehr die Schwachstellen des vermeintlichen Klimaretters Nummer eins. Das Material selbst stellt sich als Problem heraus. Ganze Fassaden schimmeln durch, werden von Algen überwuchert, von Spechten bevölkert – und müssen teuer gewartet werden.

    Die opulenten Einsparversprechen der sogenannten Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) erweisen sich als Luftnummern, die Amortisierungsraten als Schönwetterprognosen. Feuerwehren orakeln von erhöhter Brandgefahr, Verbraucherschützer von Umweltgiften, die Entsorgung ist ein Albtraum.

    Das Allheilmittel entpuppt sich als Droge. Nur scheint das kaum jemanden wirklich zu stören. Der Dämmrausch hält unvermindert an, mancherorts werden bereits die Gerüste knapp.

    Wie konnte es nur so weit kommen?

    Die Antwort ergibt sich aus einer Mischung von gutem Willen und gefährlichem Halbwissen, aus wirtschaftlichen Sachzwängen und zu kurz gedachten Adhoc- Lösungen, aus den Absurditäten des deutschen Fördersystems und einer Politik, die sich von Interessenverbänden hat in Geiselhaft nehmen lassen. Die Industrie, das Handwerk, die Wissenschaft – alle mischen sie mit beim großen “Monopoly”: der energetischen Sanierung Deutschlands.
    Außerdem wird Styropor mittlerweile mit Algiziden und Fungiziden getränkt. Die Mittel waschen sich mit der Zeit aus und gelangen somit ins Grundwasser.
    Der größte Profiteur ist nicht die Umwelt, sondern die Chemie

    Auf dem größten zusammenhängenden Chemieareal der Welt drängen sich Silotürme neben Tanks und Kesseln, ragen Schlote in die Luft. Es ist eng hier in Ludwigshafen, dem Stammsitz von BASF, alles ist dicht bebaut, Fabrikanlage reiht sich an Fabrikanlage. Und doch klaffen immer wieder unbebaute Flächen in der Industrielandschaft, zugestellt mit meterhohen Stapeln grün verpackter Schaumstoffplatten.

    Wie viele Kubikmeter auf ihre Verwendung warten, ist Betriebsgeheimnis, klar ist nur: Es müssen Tausende sein. Und jeden Tag werden es mehr.

    Erst im vergangenen Jahr hat der Chemiegigant seine Dämmstofffabrik ausgebaut, die Produktion läuft 24 Stunden am Tag. Was in der Haupthalle von den Maschinen ausgespuckt wird, sieht aus wie ein endloser, sehr dicker und sehr grüner Pizzaboden, der träge auf dem Förderband voranzuckelt, um schließlich zerschnitten zu werden. Vor 45 Jahren entwickelte BASF den Polystyrol- Hartschaumstoff Styrodur, seitdem hat sich an der Fertigung nichts Wesentliches geändert: Styrol, eine dünnflüssige, süßlich riechende Flüssigkeit wird polymerisiert.

    Dabei entsteht ein kugelförmiges Granulat, das bei etwa 90 Grad mithilfe von Wasserdampf auf das 20- bis 100-Fache des ursprünglichen Volumens aufgeschäumt wird. Anschließend backt ein Ofen die Kügelchen unter Druck zusammen – fertig.

    Der Herr über dieses Reich ist Jürgen Fischer, ein 63-Jähriger mit Schnauzer, der bereits seit 20 Jahren in Schaumstoff macht. “Im Prinzip ist Styropor verpackte Luft”, sagt er. Wie hoch die Margen im Luftverpackungsgeschäft sind, will er nicht sagen – “bei Weitem nicht so hoch wie im Pharmabereich”.

    Die Schaumstoffe haben einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Alternativen: Sie sind billig.

    Ein Quadratmeter eines Polystyrol- WDVS kostet ungefähr 125 Euro netto, Mineralwolleplatten liegen bei 150 Euro, Mineralschäume etwa bei 200 Euro. Und deshalb verkauft sich Styropor wie geschnitten Brot.

    Goldgräberstimmung hat die Branche erfasst. Die Sto-Gruppe aus Baden-Württemberg, einer der großen Player im Markt, hat 2010 ein neues Styroporwerk eröffnet. “Beim künftigen Absatz von Sto-Produkten sind derzeit keine signifikanten Risiken zu erwarten”, heißt es dazu im Geschäftsbericht 2011. “Allein das im Inland vorhandene Potenzial für Fassadensysteme ist aufgrund des umfangreichen Bestands an älteren Gebäuden sehr groß.” Bislang ging die Rechnung auf, 2012 hat Sto seinen Aktionären eine Rekorddividende bezahlt. Dieses Jahr sollen Profit und Ausschüttung weiter steigen.

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  • Thomas Leimser

    4. Dezember 2014 (23:43)

    Hallo,
    Ich möchte hier nur informieren, dass das toxische Flammschutzmittel in EPS Dämmstoffen ab 2015 in der BRD verboten ist. Die Industrie hat längst auf unbedenkliche geprüfte Ersatzstoffe umgestellt.
    Zum Thema dicht, atmet nicht, Schimmel, dichte Hülle Ist folgendes zu sagen: Jedes Fertighaus, Holzhaus, Häuser in ökologischer Holzständerbauweise hat eine 100 % Dampfdichte Folie in den Wänden und Deckenflächen verbaut. Bitte wo oder wie soll hier Diffusion stattfinden? All die Menschen leben noch und das auch ohne Schimmel, weil diese Menschen wie auch alle anderen normalen Menschen ihre Wohnung regelmäßig lüften. Warum hier allgemein gegen Wärmedämmung Dämmstoffe EPS Styropor geschrieben wird verstehe ich nicht, es gibt doch auch Kork, Mineralwolle, Hanf und viele alternativen. Wenn dann eine Fassadensanierung ansteht mit Putzsanierung hat man sowieso Kosten wie Gerüst, reinigen, Gewebespachtelung, Oberputz, Anstrich, dann kommen eigentlich nur noch breitere Fensterbänke, die Dübel und der Dämmstoff oben drauf. Diese Mehrkosten rechnen sich dann innerhalb weniger Jahre sehr wohl. Das Thema Entsorgung von EPS verstehe ich auch nicht, ein ordentliches WDVS hat eine Standzeit nachweislich von 40 oder 50 Jahren, danach muss das EPS auch nicht entsorgt werden, sondern kann überspachtelt oder wiederum überdämmt werden. Ich habe mein Wohnhaus Baujahr 1900 2007 mit EPS 140 mm dämmen lassen und habe die Heizkosten nachweislich um 40 % senken können. Ausschlaggebend ist aber immer die Gesamtbetrachtung des Gebäudes, am besten über einen unabhängigen Energieberater und seriösen Fachhandwerker Informationen einholen. Kleiner Tip noch, die Gewebespachtelung dickschichtig aufbringen lassen, dann kann sich die Putzschale Tagsüber aufwärmen und kühlt Nachts nicht so schnell ab, somit bleibt die Fassade auch algenfrei. Ich wünsche allen Lesern ein wohlbefindliches Weihnachten in seinen vier Wänden.

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    • weberli

      27. Dezember 2014 (13:48)

      Viel Schönrechnerei, wenn mann Dämmen möchte wirds halt schön gerechnet und umgekehrt.
      Wenn ich 40 % Heizkosteneinsparung erhalte kann ich in meinem Fall 420 € p.a. einsparen !
      Angebote über eine Dämmung habe ich eingeholt und die ernüchterung kam schnell. 28-30000€ für eine 10 cm Dämmung.
      JA Energie wird teurer aber die Vorstellung das sich eine Dämmung nach 15-20 Jahren rechnet halte ich persönlich für Schönmalerei.

      Antworten
  • Sonja Lachnit

    8. Dezember 2014 (14:34)

    Weil der Spiegel aktuell mit falschen Erkenntnissen aus dem 18. Jahrhundert schwanger geht, hier ein Zitat aus der gleichen Zeit: „Eine Zeitung ist nicht sehr viel literarischer als ein Stammtisch.“
    (Jules Renard, (1864 – 1910), französischer Roman- und Tagebuchautor), Quelle: Renard »Tagebücher 1887-1910, 1925«, deutsche Auswahl: Ideen, in Tinte getaucht, München 1986

    Und nachfolgend noch ein Link, der eine mögliche Erklärung für den hanebüchenen Spiegelbeitrag liefert:
    http://www.cicero.de/kapital/native-advertising-energiewirtschaft-sponsert-daemmstoff-kritik-des-spiegel/58586#comments

    Das Thema „Dämmwahn“ sollte nun endlich im Genre Satire bleiben, denn da ist es schon vor 3 Wochen in der Heute Show angekommen und da gehört es auch hin.

    Antworten
  • Rainer

    9. Dezember 2014 (16:24)

    Danke für den Link zu cicero – besonders bescheuert die „üblichen“ Kommentare von Leuten die ganz offensichtlich keine Ahnung von der Materie haben. Hier eine Komikerin die den „vollen Durchblick“ hat :

    ZITAT von Renate S.:

    Nun, da wären einmal die Fenster mit Dreifachverglasung,

    die Außentüren und nicht zu vergessen das Dach, welches durchaus sehr gut gedämmt sein sollte. Wie ich bisherigen Untersuchungen entnahm, bringt das Verpacken der Häuser nichts, außer, dass es grauenhaft hässlich ist. Sie dürfen bei alldem allerdings nicht vergessen, dass die meisten Leute noch immer nicht fähig sind, vernünftig zu lüften, also die Schimmelbildung gerade bei außengedämmten Häusern noch hübscher funktioniert als ohnehin. Zum CO2-Anstieg, der findet so oder so statt, auch Klima findet statt, ob mit uns oder ohne, es ist ständig im Wandel und nur weil Frau Merkel ein Fukushima-Trauma hat, müssen wir nicht auch noch verrückt spielen. Einer Physikerin hätte ich mehr Sachverstand zugetraut, aber so kann man sich irren ;-) Übrigens, erneuerbare Energie gibt es nicht, der Ausdruck ist völlig irreführend und falsch.
    ZITAT ENDE/

    Dämmung ja, aber nur Türen und Fenster – gern auch das Dach :LOL: Es scheint nun gelungen den Wärmefluss in Wänden völlig zu unterbinden.

    Schön wenn auch das Klima stattfindet – immerhin scheint die Dame wenigstens ein Klima für möglich zu halten.

    „Übrigens, erneuerbare Energie gibt es nicht, der Ausdruck ist völlig irreführend und falsch.“ Da hat sie „semantisch“ wohl recht. Doch die korrekte Form des „Wandeln“ von Energieformen in eine andere, wäre bei diesem Klientel wohl „Wasser in den Rhein getragen“….

    Antworten
  • Rüdiger Paschotta

    9. Dezember 2014 (17:51)

    Auch „Rainer“ liegt z. B. betreffend Schimmel total daneben. Eine außen angebrachte Wärmedämmung verursacht keine Schimmelbildung, sondern ist vielmehr das sicherste Mittel zur Vorbeugung gegen Schimmel, weil man damit kalte Außenwände vermeidet, an denen Feuchtigkeit konzentrieren kann. Fundierte Erklärungen zum Thema Schimmel in Gebäuden finden Sie in meinem „Ratgeber zu Schimmel und Feuchtigkeit in Wohnräumen“ auf der Seite http://www.energie-lexikon.info/ratgeber_schimmel_in_wohnraeumen.html

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Rüdiger Paschotta

    Antworten
  • Willy

    13. Dezember 2014 (07:53)

    Hallo
    Seit 10 Jahren klebe ich die dāmmungen drauf. Bei mir persönlich kommt sowas nicht an mein Haus. Das ganze Sūstem des dāmmens ist noch nicht ausgereift. In ziemlich jeder Hinsicht. Wollt ihr die warcheit wissen so fragt ein einfachen Handwerker, was er davon halt. Und nicht den Verkäufer.

    Antworten
  • Jürgen Saatweber

    13. Dezember 2014 (22:21)

    Ein Journalist des Stern schrieb kürzlich einmal ehrlich: „. . . weil wir in der Schule schon keine Zahlen konnten !“ Seine Berufsgenossen auch seriöser Zeitungen und Fernsehanstalten gehen mit dem Problem dieses Nichtwissens und Nichtskönnens pragmatisch um: Sie berichten oder schreiben ohne jedes Wissen – Hauptsache, die Auflage sinkt nicht noch tiefer.
    Ich kaufe schon seit langen Jahren keinen „Spiegel“ mehr. Den wöchentlichen Klatsch&Tratsch sollte man sich ersparen. Ich werde mein jahrzehntelanges Abonnement der FAZ kündigen, nachdem diese Zeitung nun schon seit längerer Zeit haarsträubenden Unsinn zum Thema Wärmedämmung verbreitet. Zuletzt wurde ein Aufsatz eines „Wissenschaftlers“ aus Köln gedruckt (FAZ v. 24.10.2014)
    „Der zweifelhafte Nutzen der Klimaauflagen für Hausbesitzer.“
    Journalisten und Redakteure meiden tunlichst Zahlen, Fakten und physikalische Vorgaben (die Gesetze der Physik). Leicht verkäufliches Sensationsgeschwätz ist schneller getippt und verkauft.

    Der Dämmgegner-Journalismus scheint ein Wanderzirkus zu sein – mal die FAZ, mal die Welt, mal der NDR oder WDR und nun wieder mal der Spiegel. Einer schreibt vom anderen ab, um die Leser zu verdummen.
    Es wäre geradezu sensationell, wenn sich ein Journalist vor der Abfassung eines Aufsatzes über Wärmedämmung einmal mit den elementaren Grundlagen der Bauphysik beschäftigen würde, statt die Leser mit leerem Geschwätz und Falschangaben zu täuschen und für blöde zu verkaufen.

    Eine sehr einfache Rechenübung zu dem Thema müßte (theoretisch) auch Journalisten möglich sein:
    Die Wärmeverlustleistung einer Außenwand
    1. Der Wärmeleitwiderstand R einer ungedämmten Wand mit 24 cm Vollziegeln,
    Rohdichte 1400 kg/m³: 0,397 m²K/W bzw. der Kehrwert U=2,52 W/m²K.
    Das heißt: bei 1m² Wandfläche beträgt der Verlust der ungedämmten Wand
    2,52 Watt pro m² Wandfläche pro 1°C Temperaturdifferenz (innen zu außen).
    Auch eine Ziegelwand von 36 cm Stärke hat einen sehr hohen Verlust: 1,68 W/m²K.

    2. Erhält die Wand eine Außendämmung mit z.B. 15 cm Polystyrol (R=3,69 m²K/W),
    erhöht sich der Wärmeleitwiderstand der gedämmten Wand auf
    0,397 + 3,69 = 4,087 m²K/W bzw. sein Kehrwert U = 0,245 W/m²K, was einer Verlust-
    leistung von 0,245 W pro m² Wandfläche bei 1°C Temperaturdifferenz entspricht.

    Ergebnis: Verlustreduzierung durch die Wanddämmung: – 90%

    Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu dieser Wand eines Hauses in Kassel
    Klimadaten des DWD Jahr 2013 für Kassel: Gradtagzahl: 4027 Kd (Kelvin-Tage),
    Heiztage: 262 ≙ 6288 h, Taußen an den Heiztagen: 5,6°C, Innentemperatur 21°C
    Gaspreis 6,94 Cent/kWh
    Die Temperaturdifferenz Delta-T: 21°C – 5,6°C = 15,4 K (Kelvin)

    Wandverlust ohne Dämmung: 2,52 W/m²K x 15,4K x 6288 h = 244 kWh/m²p.a.
    Wandverlust mit Dämmung: 0,245 W/m²K x 15,4K x 6288 h = 23,5 kWh/m²p.a
    Gaskosten p.a. ohne Dämmung: € 16,93 / m² Außenwand
    Gaskosten p.a. mit Dämmung: € 1,63 / m² Außenwand

    Kosteneinsparung durch die Dämmung: € 15,30 /m² Außenwand p.a.

    Die Kosten eines Wärmedämmverbundsystems (15 cm Dämmstärke)
    betragen € 70-150 pro m² einschließlich aller Nebenarbeiten und Gerüst, abhängig
    von der Komplexität und der Geometrie eines Gebäudes.
    Setzt man die Kosten für die Dämmung mit € 150,– pro m² an, so verzinst
    sich das eingesetzte Kapital durch die Einsparung mit 10% p.a.
    Selbst bei einem „Luxuspreis“ von € 200,- pro m² Dämmung würde die Verzinsung
    7,7 % p.a. betragen.

    Die Amortisation der Wanddämmung
    Falls der Hauseigentümer einen Baukredit für die Wanddämmung benötigt, bekommt
    er diesen heute für 2% Effektivzins.
    Hier wird die Amortisationszeit für die Dämmungskosten von € 150,– / m² berechnet:
    Baukredit: € 150,–, Kreditzins: 2%, Tilgung+Zins = € 15,30 p.a. (aus der Einsparung s.o.)
    Dieser Betrag dient der jährlichen Tilgung.
    Ergebnis der Annuitätenrechnung:
    Der Kredit für die Wanddämmung ist nach 11 Jahren getilgt.

    Ein massiver Versuch der FAZ, die angeblich klugen FAZ-Leserköpfe zu verdummen:
    Herr Georg Meck, einer der lautstarken Dämmungsgegner der FAZ-Redaktion erklärte am
    13.5.14 forsch und frech in seinem Artikel „Stoppt den Dämmwahn!“ ohne jeden Nachweis:
    „Frühestens nach 50 oder 60 Jahren hat sich so eine Investition amortisiert – ein Witz“
    Lt. FAZ ist Herr Georg Meck, Jahrg.1967, Diplomvolkswirt  heute stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft der FAZ.
    Ein Volkswirt sollte zu einer richtigen Annuitätenrechnung fähig sein.

    Beispiel: Das Wohnhaus in Kassel (s.o.), Baujahr 1947, freistehend, 1½ stöckig
    erhielt eine Dämmung der Außenwände (132 m²). Die Kosten der Dämmung: € 19.800,-
    bei € 150.-/m². Der Kredit von € 19.800,– verzinst sich mit 10% p.a. durch die Energie-
    kosteneinsparung in Höhe von € 2.020 pro Jahr (€ 15,30 x 132 m²) – allein durch die
    Dämmung der Außenwände. Der Kredit ist nach 11 Jahren getilgt.

    Fazit: Die Wärmedämmung der Außenwände ist hochrentabel und die beste Geldanlage

    Wie die Rechnung zeigt, verzinsen sich die Dämmungskosten mit 10% p.a. durch die Einspa-
    rungen automatisch. Gemäß § 559 BGB kann der Vermieter die Sanierung in Höhe von € 19.800
    mit 11% der Kosten jährlich auf die Mieter abwälzen. In diesem Fall € 2.178 p.a. für unbegrenzte
    Zeit – hier übrigens mit € 158,- „Aufschlag“ jährlich.
    Eine Mieterhöhung für einen überfälligen Wärmeschutz dieses alten Hauses, das längst abge-
    schrieben ist und den energetischen Schrottimmobilien zugerechnet werden muß, ist Wucher.
    Die Vermieter verdanken diese Möglichkeit der massiven Lobbyarbeit der Immobilienverbände.

    Seit einigen Jahren artikulieren die Wärmedämmgegner ihre abwegigen und dummen
    Behauptungen unter der Überschrift „Dämmlüge“ – oft auch in Verbindung mit „Klimalüge“,
    um ihre unbedarften Zuhörer zu verunsichern und zu täuschen.
    Psychologen bewerten das unqualifizierte Verhalten der Dämmgegner als spätpubertäres Opponiergehabe.

    Meine Familie lebt seit 34 Jahren munter und gesund (natürlich ohne Schimmel) in einem großen,
    wärmegedämmten (Polystyrol 10 cm) Einfamilienhaus. Wir haben damals weitere Maßnahmen für einen energieeffizienten Hausbetrieb installiert.
    Die damaligen Mehrkosten waren nach 10 Jahren voll amortisiert. Die Einsparungen seit 1992 summierten sich inzwischen zu einem kleinen Vermögen.

    Antworten
  • Rainer

    9. Januar 2015 (18:17)

    Hallo Herr Rüdiger Paschotta,

    im Eifer des Gefechts ist Ihnen wohl entgangen, das „schimmlige“ stammt nicht von mir , noch erwarte ich gar derartige Effekte.

    Ich habe eine gewisse „Renate S.“ zitiert und das auch gekennzeichnet (eine Funktion die hier leider fehlt). Ein schönes Beispiel welche irren Meinungen da so herumgeistern im WEB. Das kann man nicht selbst erfinden.

    Ansonsten habe ich meine Hütte schon Mitte der Siebziger gedämmt – eigenhändig hinter einer belüfteten vorgehängten Fassade. Keine Spur von Schimmel – dafür aber die komfortable Oberflächentemperatur welche meinen Körper nicht zum „Heizkörper“ macht.

    Inzwischen bin ich dabei die Dämmstärke der Außenwände auf ein Maximum zu bringen. Das Dach hat zusätzlich zur vorhanden Zwischensparrendämmung eine vollflächige zusätzliche PUR-Dämmung erhalten. Inzwischen in die Jahre gekommene Fenster werden durch aktuelle Fenster mit entsprechenden Dämmwerten ersetzt.

    Mit sonnigen Grüßen

    Rainer

    Antworten

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