Dämmung hält im Passivhaus Sommerhitze draußen

Passivhäuser können an heißen Sommertagen spürbar kühler sein als herkömmliche Gebäude. Die gute Wärmedämmung hält die Hitze draußen. Außerdem gebe es wirksame Strategien zur sommerlichen „passiven Nachtauskühlung“, so das Passivhaus Institut.

Verbreitet wird teilweise die Meinung, dass gerade gut gedämmte Gebäude von Überhitzung betroffen seien. „Es gibt bestimmt auch vereinzelt gut gedämmte Gebäude, die im Sommer überhitzen. Durch eine sorgfältige Planung insbesondere mit dem Planungstool PHPP kann das Problem jedoch schon im Vorfeld vermieden werden. Definitiv überhitzen Gebäude mit keiner oder mit wenig Dämmung. Diese Gebäude sind nicht nur im Sommer zu warm, sondern auch im Winter zu kalt“, so Zeno Bastian, Leiter des Bereichs Gebäudezertifizierung beim Passivhaus Institut.

Ist das Wetter strand-und badetauglich, dann überhitzen vor allem Häuser konventioneller Bauweise. Passivhäuser zeichnen sich unter anderem durch eine hochwertige Wärmedämmung, Fenster mit Dreifach-Verglasung sowie eine luftdichte Gebäudehülle aus.

Ein Passivhaus Plus erzeugt nicht nur ein Energieplus, es ist auch im Sommer behaglich. © Passivhaus Institut

Damit sich ein Passivhaus während einer sommerlichen Hitzeperiode möglichst gar nicht oder nur langsam aufheizt, gibt es so genannte „passive Kühlmaßnahmen“. Die können auch in konventionellen Gebäuden helfen, den sommerlichen Komfort ohne zusätzliche aktive Kühlung weitgehend zu erhalten.

Im Laufe des Sommertages wird es auch im Passivhaus ein wenig wärmer. Daher ist es wichtig, die Wärme nachts, wenn es kühler ist, am besten über offene Fenster wieder abzulüften. Dadurch kühlen die Innenräume des Gebäudes ab. Die Wände und Decken speichern dann diese Kühle für den nächsten Sommertag. Diese Option ist auch im Altbau gegeben. Im Passivhaus hält der kühle Zustand jedoch deutlich länger.

Wenn es, etwa aufgrund der Lage an viel befahrenen Straßen, nicht möglich ist, Fenster zu öffnen, dann kann nachts kühle Außenluft auch über die Lüftungsanlage (Sommerbypass) in die Wohnung gesaugt werden. Da die Lüftungsanlage jedoch kleinere Luftmengen ins Haus bringt als geöffnete Fenster, ist die nächtliche Fensterlüftung effektiver.

Wenn ein Passivhaus-Zertifizierer damit beauftragt wird, die Qualität der Planung zu prüfen, untersucht er auch das sommerliche Verhalten des Gebäudes. Werden die Kriterien für die sommerliche Behaglichkeit nicht eingehalten, wird er eine Änderung der Planung veranlassen.  Quelle: Passivhaus Institut

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