Fachgerechte Fensteranschlüsse vermeiden Wärmebrücken

Wird ein Gebäude mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt, kommt den Fensteranschlüssen besondere Bedeutung zu. Denn hier können bei nicht fachgerechter Ausführung Wärmebrücken entstehen, die die Bildung von Schimmel begünstigen. Gemäß der Richtlinien von RAL und DIN sollen Bauteilanschlüsse rund ums Fenster von der Raumseite her luftdicht und von außen wind- und schlagregendicht sein.

WDVS-Fensteranschluss - Detail

WDVS-Anbieter haben in der Regel Detaillösungen für die Anschlüsse von Fenstern und Türen im Programm. © Knauf

In der Praxis sind fehlerhafte Fensteranschlüsse eine der Hauptursachen für spätere Schäden an gedämmten Gebäuden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass am Fenster verschiedene Gewerke aufeinander treffen: Das Fenster wird vom Fensterbauer eingesetzt, das WDVS kommt in der Regel vom Stuckateur. Wichtig ist daher, dass die Anschlüsse von vornherein fachgerecht geplant und objektspezifisch auf die neue Wärmdämmung abgestimmt sind.

Grundsätzlich müssen die Fenster- und Türlaibungen mitgedämmt werden. Ein Weg ist der Einbau der Fenster flächenbündig mit dem Mauerwerk. Wird dieses dann gedämmt, kann das WDVS den Fensterrahmen etwas überlappen und es ist keine spezielle Laibungsdämmung nötig. Gleiches gilt, wenn das Fenster im Bereich von der äußeren Mauerkante bis zum ersten Drittel der Dämmzone eingebaut wird, laut ift Rosenheim (Institut für Fenstertechnik) die wärme- und feuchtetechnisch günstigste Einbaulage.

Mischen von Systembausteinen unterschiedlicher Anbieter gefährdet die Gewährleistung

Im Altbau ist ein Einbau in der Mauerleibung häufig durch die Lage des alten Fensters und den Schutz/Erhalt des Innenputzes und der Innenfensterbank vorgegeben. Hier sollten
die äußeren Leibungen gedämmt und der Blendrahmen des Fensters für eine ausreichende Überdämmung verbreitert werden. Nahezu alle Anbieter von WDVS haben entsprechende Detaillösungen – etwa spezielle Laibungselemente –  im Programm. Für den Erhalt einer schriftlichen Gewährleistungszusage nach Abnahme der erbrachten Bauleistung ist Voraussetzung, dass nur mit zugelassenen Bauprodukten gearbeitet wird. Daher sollten Bauherren darauf achten, dass der Handwerker ihrer Wahl nicht die Komponenten mehrerer WDVS-Anbieter mischt. Und auch die Handwerker selbst sollten sich im Klaren darüber sein, dass sie sich mit einer solchen Strategie einen Bärendienst erweisen, denn jede Abweichung von der Zulassung des Gesamtsystems führt dazu, dass die Gewährleistungszusage hinfällig ist.

Zu dem Produkten, denen WDVS-Planer und -verarbeiter gesteigerte Aufmerksamkeit widmen und bei denen sie „im System bleiben“ sollten, gehören rund um das Fenster

  • Raffstorekästen für die Aufnahme von Verschattungsanlagen
  • Leibungsplatten
  • Putzträgerplatten als WDVS-Ausgleichsplatte
  • die zweite Dichtebene unter der Fensterbank
  • Anputzleisten
  • Fugendichtbänder
  • Montageelemente
  • Gerüstankerstopfen

Die Hersteller arbeiten laufend an verbesserten Detaillösungen für den Fensteranschluss. So ergänzte Sto seine Laibungselemente um eine nichtbrennbare Variante und stellte passend dazu das  „StoElement Pronto K-100/K-300“ vor, mit dem an Brüstungen rationell eine zweite Dichtebene hergestellt werden kann. Die Keilplatte mit wasserdichter Oberflächenbeschichtung ist mit 2,5 oder 5 Grad Neigung verfügbar. Gelangt Wasser (zum Beispiel durch eine undichte Fensterbank) auf die zweite Dichtebene, wird es so sicher nach außen abgeleitet.

„Keine zweite Dichtebene ist notwendig, wenn ein geprüftes und für WDVS geeignetes Fensterbanksystem inklusive geeigneter Stoßverbinder und passendem Zubehör vorgesehen ist. Unbedingt sollte aber eine zweite Dichtebene ausgeführt werden, wenn Fensterbänke mit herkömmlich aufgesteckten Endstücken ohne zusätzliche Dichtelemente beziehungsweise ohne Dehnungsbereich zur Aufnahme der thermischen Längenänderungen zum Einsatz kommen, zu denen keine Prüfungen auf Schlagregendichtigkeit vorliegen“, brichtet Caparol-Produktmanager Mario Kranert. Auch Caparol bietet für sein WDVS Capatect Fensterbank-Keilplatten mit 5 Grad Neigung an, in die ein Eckprofil mit Gewebestreifen zur Erleichterung der Verputzarbeiten integriert ist.

Da die die Ausführung und Einbindung von Außenfensterbänken in der Praxis häufig eine besondere Schwachstelle darstellt,  hat die Gütegemeinschaft Wärmedämmung von Fassaden in Zusammenarbeit mit Herstellern und Vertretern der angrenzenden Gewerke das Merkblatt Empfehlungen für den Einbau/Ersatz von Metall-Fensterbänken (WDVS-Fassade) erstellt. Darin werden alle  Anforderungen und Ausführungsempfehlungen aufgezeigt.

Tags:  ·  · 

Es sind noch keine Kommentare zu „Fachgerechte Fensteranschlüsse vermeiden Wärmebrücken“ vorhanden.

Sie können einen Kommentar zum Beitrag hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website setzen.

Jetzt mitdiskutieren!

Letzte Kommentare

In Kooperation mit

Sponsoren Webseite