Dämmplatten müssen meist verdübelt werden

Neben einer Verklebung der Dämmplatten ist eine fachgerechte Verdübelung die Grundlage für eine dauerhafte und sichere Befestigung von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) an der Fassade. Die Dübeltechnologie wurde in den letzten Jahren stetig verbessert. Moderne Befestiger müssen auch einer Vielzahl von Herausforderungen gerecht werden. Beispielsweise sind die Anforderungen an Energieeffizienz und Brandschutz gestiegen.

Verdübelung eines WDV-Systems

Die benötigte Anzahl an Dübeln ist abhängig von der Gebäudehöhe, der WDVS-Lastklasse und der Lage sowie der Länge und Breite des Gebäudes. © SG Weber

Zum anderen unterscheiden sich die Untergründe je nach Bauvorhaben teils erheblich – vom Mischmauerwerk in der Sanierung bis hin zu hochwärmedämmendem Mauerwerk im Neubau. Insbesondere bei Modernisierungen ist häufig unbekannt, wie der Untergrund beschaffen ist. Hier sollten Fachhandwerker auf universelle Befestigungselemente zurückzugreifen, die auf allen Untergründen der Nutzungskategorien A – E (Normalbeton, Vollstein, Hohl- und Lochstein, haufwerksporiger Leichtbeton oder Porenbeton) einsetzbar und zudem für alle Dämmstoffe geeignet sind. Je nach bevorzugter Arbeitsweise können Handwerker bei universellen Befestigern zwischen Schraub- oder Schlagdübeln wählen.

Wann muss gedübelt werden?

Grundsätzlich richtet sich die Verdübelung von WDVS nach der Untergrundbeschaffenheit, dem Dämmplattentyp, der Gebäudehöhe und der Gebäudelage. So muss ein WDVS zusätzlich zur Verklebung immer dann mit Dübeln befestigt werden, wenn eine oder mehrere der folgenden Voraussetzungen vorliegen:

  • Nicht tragfähiger Untergrund
  • Untergrund mit organischen Beschichtungen
  • Abreißfestigkeit < 0,08 N/mm2
  • beim Einsatz von Mineralwoll-Dämmplatten

In einigen Fällen ist zusätzlich das Kleben und Dübeln durch ein Armierungsgewebe empfehlenswert.

Nach dem Verkleben der Dämmplatten sollte eine Standzeit von mindestens drei Tagen eingehalten werden, ehe mit dem Verdübeln begonnen wird. Nach dem Erhärten des Klebers werden die Dübel im rechten Winkel zur Platte oberflächenbündig oder versenkt gesetzt. Zur Montage sind nur die vom jeweiligen Systemhersteller vorgeschriebenen Setzwerkzeuge zugelassen.

Wie viele Dübel sind erforderlich?

Die Menge der einzusetzenden Dübel ist abhängig von verschiedenen Faktoren:

Zunächst unterscheidet man drei Klassen von Gebäudehöhen: Gebäude mit einer Höhe bis 10 m, bis 18 m und bis 25 m. Die Höhenangaben sind nicht als Höhenbereiche, sondern als Gebäudehöhen zu verstehen. So muss beispielsweise bei einer Gebäudehöhe von 15 m die gesamte Fläche entsprechend der Angaben für Gebäudehöhen unter 18 m verdübelt werden. Außerdem werden die Beanspruchbarkeit des Dübels (Dübellastklasse) oder des WDVS (WDVS-Lastklasse) bei der Berechnung herangezogen. Generell ist immer die niedrigere Lastklasse maßgebend. Dies ist in der Regel die WDVS-Lastklasse, die hauptsächlich vom verwendeten Dämmstoff abhängt. Auch die Windlast spielt eine wichtige Rolle. Die DIN EN 1991-1-4/NA ist die maßgebliche Norm für die Bemessung der Dübelmengen in Abhängigkeit von den verschiedenen Windlastzonen. Ein vierter Faktor ist der Gebäudebereich, in dem die Arbeiten vorgenommen werden. Zur Ermittlung der Dübelmengen wird das Gebäude in den Randbereich A und die Flächenbereiche B und C eingeteilt. Anhand von Länge und Breite des Gebäudes lassen sich die einzelnen Bereiche schnell und einfach berechnen. Unregelmäßige Grundrisse müssen dabei in rechteckige Bereiche aufgeteilt werden.

Zieht man alle genannten Komponenten in Betracht, ergibt sich in der Regel ein Dübelbedarf von 4 bis 16 Dübeln pro Quadratmeter.

Sicherheit im Brandfall

Fachleute der Feuerwehr waren 2016 beteiligt an staatlich beauftragten Systemprüfungen zum Sockelbrandszenario und formulierten in diesem Zusammenhang Anforderungen an einen Dübel mit erhöhter Sicherheit im Brandfall: So sollte ein optimales Befestigungselement einen Stahlstift enthalten und die Länge des Spreizelements mindestens 40 Prozent der Dämmstoffdicke betragen. Weiterführende Informationen hat Saint-Gobain Weber in der Broschüre „WDV-Systeme sicher verdübeln“ zusammengestellt. Darin finden sich unter anderem verschiedene Dübelschemata, eine System-Matrix sowie eine Tabelle zur Berechnung der Dübelzahl in den Windlastzonen 1 und 2 anhand von WDVS-Lastklasse, Gebäudehöhe und Gebäudebereich. Die 20-seitige Publikation steht als E-Book unter sg-weber.de zum Download bereit.

Quelle: Saint-Gobain Weber

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