Ronny Meyer

Ronny Meyer

Dipl.-Ing. Ronny Meyer ist Energiespar-Experte: Seine insgesamt 17 Fachbücher sind teilweise in 6 Sprachen übersetzt worden, mit seinen Energiespar-TV-Bauprojekten hat er Bekanntheit erlangt. Meyer hält Bauphysik-Schulungen und ist mit seiner Energiespar-Show unterwegs. Mission: “Die sicherste Aktie ist unser Zuhause - wie man sich mit eingesparten Energiekosten ein kleines Vermögen aufbauen kann“. Er war Mitarbeiter bei der Hessischen Energiespar-Aktion. 2013 startet seine neue Reihe "Crash-Kurse Energiesparen – 3 x 45 Min. voll auf den Punkt."

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WDR-Dämmkritiker Dieter Könnes empfiehlt im WDR versehentlich die Fassadendämmung – und hat es vermutlich nicht einmal gemerkt. Was genau an der Sendung „Servicezeit“ vom 17.03.2017 der Service war, blieb bis 45 Sekunden vor Schluss ein Geheimnis. Es wurden mehrere Jahre alte Interviews und – mangels neuer spektakulärer Brände – altbekannte Brandereignisse erneut gezeigt. Okay: Das kannte man schon. Wo war die Botschaft? Erst am Schluss, in den letzten 45 Sekunden, gab Dieter Könnes in seiner Abmoderation wichtige Informationen (O-Ton, Timecode 28:34): „Zum Glück sind die Brandschutzvorschriften bei der Fassadendämmung im vergangenen Jahr noch einmal verschärft worden und jetzt sind auch mehr Brandriegel notwendig. Laut Experten ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Hier könnte man noch ergänzen, dass der auch schon früher sehr, sehr gute Brandschutz inzwischen nochmals so weit verbessert wurde, dass man kaum noch neue Brände findet. Man könnte jetzt als Journalist des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auf das Kieler Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) und deren „Brandursachenstatistik 2015“ hinweisen. Demnach ist eine schadhafte Elektrik, vom uralten Stromkabel bis zum defekten Elektrogerät, die Brandursache Nummer eins. In der IFS-Statistik ist von Wärmedämmung nichts zu lesen. Zu Recht. Denn die Anzahl der Brände, in denen die Dämmung eine ursächliche Rolle spielt, ist kaum messbar. Weil, wie Könnes richtig sagt „die Brandschutzvorschriften weiter verschärft wurden“. Das kann man in einer Sendung, die "Servicezeit" heißt, ruhig zweimal sagen und dann dem Zuschauer die Angst vor brennenden Fassaden nehmen: „Denn inzwischen“ – und das könnte der Schlusssatz zum Thema „Brand“ sein – „ist die Fassadendämmung das vermutlich am besten brandgeschützte Produkt, das es gibt.“ Man könnte dann noch ein kleines Loblied auf unsere Entwickler und Ingenieure anstimmen, die in der Tat Großartiges leisten, wenn es kaum noch Brandereignisse rund um die Dämmung gibt – an dieser Stelle wenigstens von mir ein großes Dankeschön an die Tüftler und Erfinder. Medienprofis wissen, dass ein Film im Schnitt entsteht. Interessantes Experiment: Lassen Sie uns aus den Sequenzen vom 17.03.2017 einen anderen Film schneiden. Lesen Sie mal, was man aus der Könnes-Sendung vom 17.03.2017 hätte machen können: Ich würde beispielsweise den Film mit dem letzten Satz der Abmoderation von Dieter Könnes beginnen. O-Ton Könnes bei Minute 28:46: „Was mache ich mit meinem alten Haus, wenn ich energetisch sanieren möchte? Es gibt eine Menge Möglichkeiten, die sich am Ende auch für Sie rechnen, liebe Zuschauer, zum Beispiel, wenn Sie das Dach dämmen,  die alte Heizungsanlage austauschen oder alte, undichte Fenster erneuern. Wenn Sie dann sogar noch Geld über haben, dann können Sie auch die Fassade dämmen.“ Das hat Dieter Könnes wirklich gesagt: „Dann  können Sie auch die Fassade dämmen.“ Leider endet Dieter Könnes seine Sendung genau an dem Punkt, an dem sie eigentlich beginnen müsste. Ich würde jetzt einen Energieberater interviewen, der die Möglichkeiten der KfW-Förderung bei einer vollständigen Modernisierung anspricht: „Bis zu 30.000 Euro gibt es als geschenkten Zuschuss von der KfW-Förderbank: Allein damit kann man die Fassadendämmung bezahlen.“ Das Geld, das am Ende laut Könnes übrig sein müsste, könnten etwa die Förderzuschüsse sein. Wie gesagt: 30.000 Euro nur von der KfW. Dazu kommen oft noch kommunale Zuschüsse. Doch das erwähnt Könnes mit keiner Silbe. Servicezeit? Hier würde jetzt das Interview mit Bauministerin Dr. Barbara Hendricks gut passen (Minute 8:14): Mit der Fassadendämmung erreicht man eine Verschönerung von außen – Zitat: „der Effekt rechnet sich oft.“ Der Energieberater könnte danach ergänzen: „Die Wirtschaftlichkeit der Dämmung hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Vom Gebäudealter, von der Gebäudegeometrie und ob die Dämmung bei einer ohnehin fälligen Sanierung zum Einsatz kommt.“ Stichwort Fenster – hier könnte aus der „Servicezeit“ eine echte „Servicezeit“ werden, wenn auf die Wechselwirkung zwischen dem U-Wert der neuen Fenster und dem U-Wert der Fassade hingewiesen wird: „Bei Häusern, die älter Baujahr 1980 sind, muss in aller Regel auch die Fassade gedämmt werden, damit es keinen Schimmel gibt. Denn: Richtig gedämmte Wände vermeiden Schimmel!“ Dann wäre es Zeit, den Dämm-Kritiker und Bauphysiker Jens Fehrenberg ins Spiel zu bringen. Sein O-Ton bei Minute 12:55: „Also Wärmedämmung verhindert nicht das Durchtreten von Energie, sondern verlangsamt das Ganze nur.“ Da hat Professor Fehrenberg recht! Mit anderen Worten: Es geht darum, dass durch Dämmung die Geschwindigkeit der Wärme durch ein Bauteil (Dach, Fassade, Kellerwand) verlangsamt wird. Jetzt kam in der Original-Sendung Könnes falsche Schlussfolgerung bei Minute 13:01: „Aber das ist doch der Hauptgrund, warum die meisten Leute dämmen möchten, weil sie sagen ,ich spare dadurch Geld‘.“ Fehrenbergs Antwort bei Minute 13:07: „Ja, das ist ja ein verbreiteter Irrtum, dass automatisch durch Wärmedämmung auch Energie eingespart wird.“ Hier müsste die WDR-Redaktion laut STOPP! rufen, weil diese Stelle absolut unlogisch ist. So müsste es nach dem ersten Fehrenberg-Zitat dann richtigerweise weitergehen: Dieter Könnes: „Wenn die Energie, in dem Fall der Wärmefluss, von innen nach außen verlangsamt wird – wie Sie sagen – dann geht ja, pro Zeiteinheit – nennen wir diese Einheit ,Heizperiode‘ –  weniger Energie durch die Konstruktion hindurch.“ Wenn dann Fehrenberg kontert, dass es ein „verbreiteter Irrtum sei …“ könnte der Journalist den Dämmkritiker ins Verhör nehmen: „Sie sagen, es geht mit Dämmung weniger Energie verloren, behaupten aber, dennoch man spart nichts? Das müssen Sie mir mal genauer erklären, Herr Professor ... oder sind Sie etwa ein Lobbyist der Energiewirtschaft?“ Fazit: Die Servicezeit vom 17.03.2017 ist einfach nur ärgerlich. Es scheint, als wolle sich hier Dieter Könnes mit altem Filmmaterial erneut irgendwie als Retter der Bürger aufspielen. Er liefert aus Sicht des Fachmanns einen schlampigen Zusammenschnitt alter Aufnahmen und zeigt, dass er das Thema „Dämmung“ immer noch nicht verstanden hat. Denn nach 28 warnenden Minuten hätte die Schlussfolgerung aus der Sicht von Kritiker Könnes lauten müssen: „Finger weg von der Dämmung“. Doch Könnes empfiehlt am Schluss vernünftigerweise die Dämmung. Aha!
Wer jetzt saniert, bekommt Überblick Beratung, Zuschuss und günstige Kredite – so einfach und so umfassend wie noch nie! Unser Gebäudebestand ist in die Jahre gekommen. Fassaden, an denen der Putz bröckelt, Fenster, die trotz intakter Optik technisch veraltet sind, Heizungen, die über 30 Jahre alt sind und entsprechend ineffizient heizen. Alles keine Seltenheit. Bei manchen Uralt-Dächern hat man schon gehandelt: Wenn‘s reinregnet, fällt das schnell auf und man wird schnell aktiv. Wärme, die rauszieht, fällt dagegen nur einmal im Jahr kurz auf: Beim Blick auf die Heizkostenabrechnung. Für den Rest des Jahres handeln immer noch viel zu viele nach der Devise: Aus den Augen, aus dem Sinn. Dabei ist, vorsichtig geschätzt, jedes zweite Haus ein Sanierungsfall, zumindest in Sachen Energiebedarf. Rund 10 Millionen Wohnhäuser deutschlandweit. Auf der anderen Seite haben wir beste Planer, Handwerker und bautechnische Lösungen, ausgereift bis ins kleinste Detail. Wir könnten unsere Wohngebäude zur Komfortzone modernisieren, regenerativ beheizt, zukunftssicher, barrierefrei, behaglich und gesund. Über alledem schwebt zudem noch eine Wolke aus mehr als 6.000 Förderprogrammen. Bis zu 30.000 Euro gibt es beispielsweise pro Wohneinheit „geschenkt“, wenn das Haus zum optimierten Energiesparer wird. Auch für die altersgerechte Sanierung gibt es eine finanzielle Hilfe von der öffentlichen Hand. Deutschland ist Baufinanzierungs-Schlaraffenland. Besser noch: Wer beim 6.000-Programme-Angebot die Übersicht verliert, findet unter www.foerderdata.de innerhalb weniger Minuten sein individuelles Förderpaket. Alles kein Problem. Und der bisher mühsame Weg durch den bürokratischen Fördermittel-Dschungel ist – zumindest zum Teil – jetzt einfacher. Die KfW-Förderbank bietet hierfür unter www.kfw.de/zuschussportal  eine „einfache und schnelle Antragstellung und Abwicklung“. WUN.DER.BAR! Um bei dem Bild mit der Wolke zu bleiben: Einem warmen Regen aus finanziellen Zuschüssen steht nichts im Weg. Energieberater zur Gebäudebewertung und Fördermittelbeantragung stehen, nach Postleitzahlen gelistet, unter www.energie-effizienz-experten.de. Wem das immer noch zu kompliziert ist, der ruft einfach die Hotline der Info-Kampagne „Deutschland macht‘s effizient“ an: 0180 0115 000. Nach dem Motto „Erst telefonieren, dann modernisieren“ bekommt der interessierte Sanierer strategisch durchdacht die einzelnen Schritte zur fördermittelfinanzierten Modernisierung genannt. Einfacher geht‘s nicht. Dennoch stelle ich mir die eine Frage: Wenn die Randbedingungen so optimal sind, warum zögern immer noch so viele Hauseigentümer mit der Modernisierung ihres Hauses? Warum entscheidet sie sich lieber für hohe Heizkosten anstatt – unterm Strich – für weniger Investition in einer behaglichen Immobilie zu leben? Allein schon der Gedanke, sich in einem unsanierten Altbau mit dicken Socken und Rollkragenpullover durch den Winter zu frösteln, ist das Gegenteil von Behaglichkeit. Klüger ist es, mit einem modernisierten Gebäude die Lebensqualität zu steigern. Lassen Sie uns jetzt gemeinsam und entschlossen das Thema energetische Gebäudemodernisierung anpacken. Falls Sie hohe Heizkosten haben, aber dennoch vor einer Gebäudemodernisierung zurückschrecken, können Sie mir gern den Grund dafür nennen (Email senden an info@ronny-meyer.com). Vielleicht ist die Lösung ganz einfach. Man muss sich nur mal drüber austauschen. Also dann: Das Angebot steht.
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Aus aktuellem Anlass gibt es heute einen eher persönlichen Beitrag. Seit Mitte September bin ich mit meinem Info-Programm „So leben wir in der Zukunft“ unterwegs. Zehn Info-Abende gab es inzwischen, elf weitere folgen jetzt im November mehr
Wenn es in Häusern schimmelt, kann das viele Ursachen haben – eine aber nicht: die Dämmung! Am 20.06.2016 wühlte die Süddeutsche Zeitung unter der Überschrift „Schimmel im Haus – Deutschland ist dicht“ ihre Leserschaft auf: mehr
Die oft klugen und auch für Laien nachvollziehbaren Kommentare und Antworten von Bauprofis auf Pressemeldungen, in denen die so genannten Dämmkritiker mit ihren meist absurden Ansichten und „Erkenntnissen“ zitiert werden, mehr
„Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Klimaschutzplan 2050 in Empfang genommen“, ist in einer Pressemitteilung des Bundesbauministeriums vom 19.03.2016 zu lesen. mehr

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