Ronny Meyer

Es gibt keine „atmenden Wände“ – „atmende Fenster“ schon

Ronny Meyer, 07. März 2013

Oft gehört: „Wenn eine Polystyrol-Dämmplatte an einer Hauswand angebracht wird, dann kann die Wand nicht mehr atmen. Und das ist schlecht fürs Raumklima.“ Das klingt irgendwie logisch und ist so ziemlich der am weitesten verbreitete Irrtum rund ums energiesparende Bauen und Modernisieren.

Wer die Ursache dieses Irrtums recherchieren möchte, findet einen guten Beitrag bei Wikipedia („Atmende Wand“).

In jedem meiner Vorträge, ob Fachvortrag oder Bauherren-Info-Abend: irgendwann kommen wir im Zusammenhang mit der Fassadendämmung auf die „atmenden Wände“ zu sprechen. Irgendwann poltert immer ein Teilnehmer los und wettert gegen den „Dichtwahn“ und dann muss man ganz sachlich antworten.

Zunächst: Der Begriff „atmen“ ist in jedem Fall falsch. Weil es keinen Luftzug durch die Wand wie beim Atmen gibt. Okay, das wird verstanden und akzeptiert. Und überhaupt: Stichwort „luftdichte Gebäudehülle“. Würde es einen nennenswerten Luftzug durch die Gebäudehülle geben, so wäre das ein Baumangel, der bitte sofort behoben werden muss.

Nun gibt es meist einen gedanklichen Kurswechsel. Wir sprechen nicht mehr vom „Atmen“, dafür aber vom „Feuchte-Austausch“, der durch die Wand stattfindet (stattfinden muss?). Jetzt brauchen wir eine Erklärung, die auch für Laien nachvollziehbar ist. Am besten verzichtet man auf Formeln und Fachbegriffe (nicht jeder kennt die Definition von relativer und absoluter Luftfeuchtigkeit). Los geht‘s:

Wasser ist als unsichtbarer Dampf ein Bestandteil der Luft. Wasser ist also immer in einer bestimmten Menge in unserer Luft enthalten. Damit das Raumklima angenehm ist und bleibt, muss das Wasser, das wir beim Duschen, Kochen und Schwitzen zusätzlich an die Raumluft abgeben, irgendwie aus dem Raum wieder abgeführt werden.

Nun die große Frage: Um welche Menge Wasser geht es dabei überhaupt? Die Experten sprechen von fünf bis zehn Liter Wasser pro Tag in einem durchschnittlichen Haushalt (2,1 Personen). Das klingt erstmal viel.

Bauphysik-Experten wissen, dass maximal ein bis drei Prozent dieser Zusatzfeuchte über die Wand abgeführt wird. Egal, ob das Haus gedämmt oder ungedämmt ist. Meist wird diese ein-bis-drei-Prozent-Wasser-Menge (50 bis 300 Milliliter pro Tag) vom Innenputz oder vom Holz im Innenraum aufgenommen und wieder (meist nach innen) abgegeben. Maximal 300 Milliliter gehen pro Tag in die Wand. 97 bis 99 Prozent der Zusatzfeuchte wird durch die Fenster (oder eine Lüftungsanlage) herausgelüftet.

Bleiben wir bei den maximal 300 Milliliter, die in die Wand gehen. Bei einer Fassadenfläche von rund 100 Quadratmetern sind das 3 Milliliter pro Quadratmeter und Tag. Das entspricht dem Volumen von drei Würfeln mit einer Kantenlänge von nur einem Zentimeter. Ich besitze einen winzigen USB-Stick mit (ich hab‘s nachgemessen) etwa 7,5 Milliliter Volumen. Jetzt hat man eine Vorstellung, um welche Menge es überhaupt geht. Es ist bestenfalls ein kleiner Spritzer Wasser pro Quadratmeter und Tag.

Polystyrol ist dampfdiffusionsoffen wie Holz. In beide Baustoffe geht Wasserdampf rein und wieder raus. Die geringe Menge Wasserdampf, die von der Wand aufgenommen wird, wird meist vollständig an die Raumluft wieder abgegeben. Die wenigen Milliliter pro Quadratmeter, die es tatsächlich bis zur Außendämmung schaffen, können ohne Probleme nach draußen abgeführt werden.

Aber selbst, wenn eine Wand nicht dampfdiffusionsfähig wäre, wäre das auch kein Problem. Dann würde man eben hundert Prozent der überschüssigen Feuchtigkeit über das Lüften aus dem Haus transportieren. Denn „Fenster können atmen, wenn man sie öffnet“. Da gibt es dann tatsächlich einen Luftzug, der Feuchte aus dem Haus transportiert.

Und jetzt bin ich auf die Kommentare gespannt, die hoffentlich reichlich kommen ...

 

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Kommentare  

Felix Sonntag, 06. August 2017 20:02
"Atmende Wände" sind schon wichtig. Allerdings liegt es meist am der Mineralwolldämmung im Dach, wenn Neubauten als stickig oder nicht gut atmend wahrgenommen werden. Selbst wenn diese Mineralwolle fachgerecht installiert wurde bleiben winzige Fasern im ganzen Gebäude übrig. Wenn dann ringsrum alles dicht ist, führen diese Fasern zu dem Gefühl, dass die wände nicht atmen können, obwohl die Ursache in der eigenen Luneg und der lungengänigkeit der Fasern liegt. Nach der Zeit gibt sich das auch, aber Neubauten (die eigentlich immer mit Glaswolle im Dach gedämmt sind) haben immer eine gewissen Restkonzentration an Fasern.
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Norbert Blatzke Mittwoch, 11. Oktober 2017 17:58
Felix, solch einen Unsinn hab ich selten gelesen!
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Christa Dienstag, 14. Juli 2015 22:20
Hallo, könnte mir jemand helfen bzw. einen guten Rat geben, wie ich Stockflecken wegbekomme,außer immer zu lüften. Keine Firma will helfen. Danke im Voraus
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Siggi Dienstag, 18. November 2014 14:15
Hallo zusammen gestern im WDR TV "Könnes kämpft" 8:15 , war euer Thema Polystyrol-Außenisolierungen. Vermutlich ein gutes Geschäft für Dämmmat.verkäufer aber nicht für Hausbesitzer. Selbst die verantw. Ministerin hat für ihr Haus eine Dachisolierung aber keine Polystyrol-Außenwandisolierung. Wieso wohl? Kennt sie die Ergebnise die Testergebnise der Forschungsinstitute besser als allgem. bekannt? Ich glaube wir Kunden oder besser gesagt "Zahlende" der Dämm-Industrie werden nicht gut beraten, leider. Und die Volksvertreter haben keine Ahnung, denn sie werden von der Industrie geraten, vieleicht auch eingekauft. Also, ich glaube eure Aussagen aber auch meine, sind oft fremdgesteuert, da sie nicht aus eigenem Wissen entstanden sind. An welche Aussagen soll ich mich noch halten? Ich kann und werde mich weiter, an alt bekannte Handwerker halten, im Vertrauen auf ihre Erfahrung, ob dies immer gut geht weiß ich auch nur hinterher. Der Glaube ist halt ein gutes Geschäft. Ich kam auf eure Seite weil ich Schallschutzprobleme mit meinem Reihenhaus Nachbarn habe. Vielleicht hilft mein Beitrag: Nicht alles was gesagt wird, auch zu glauben.
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Dämmfreund Mittwoch, 19. November 2014 20:48
"Vielleicht hilft mein Beitrag: Nicht alles was gesagt wird, auch zu glauben." Richtig, natürlich sind die absolut objektive und neutrale Berichte von Könnes hiervon ausgenommen. Dort wird selbstverständlich ausschließlich und überhaupt nicht interessengesteuert die reine Wahrheit verbreitet. Alles nur zum Wohle des armen, von der bösen Industrie ausgenommenen freiwilligen Beitragszahlers. Es ist schon interessant, wenn in einem durch Zwangsgebühren und "etwas" Werbung finanzierten Sender, also quasi dem Großmeister unter den Lobbyisten, gegen Lobbyisten und Werbeaussagen gehetzt wird.
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Hansi Samstag, 08. November 2014 22:14
Hallo, wir bräuchten dringend Hilfe und sachliche Aussagen. Folgendes: Wir haben uns vor 4 Jahren ein Fertighaus gekauft. Dachschrägen, Decken haben wir selbst isoliert. Es kamen bis zur Decke, 1. Stock, eine Dampfsperre zum Einsatz, die wir gut verklebt haben. Uns blieb dann einiges an Wolle und Dampfsperre über, so das wir uns entschieden haben, den Spitzboden auch zu isolieren und die Dampfsperre drüber zu machen. Um eben besser isoliert zu sein, das die Kälte nicht so auf die Decke im 1. Stock treffen kann usw. Soweit, so gut. Wir haben aber von unserem Haushersteller auf jeder Seite 2 Lüftungsgitter eingebaut bekommen, warum auch immer, bei einem Energiesparhaus. Nach 4 Jahren, haben wir nun um die Lüftungsgitter lauter schwarze Flecken, sieht aus wie Ruß, fängt auch schon oberhalb der Fenster im 1. Stock an. Haus wurde nur mit einem eingefärbten weißen Putz verputzt, nicht gestrichen, Vollwärmeschutz auch vorhanden. Was ist die Ursache? Bitte um dringende Hilfe. Ich bedanke mich schon mal
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wilfried ebers Samstag, 01. November 2014 15:52
ich finde die hiergemachten aussagen lustig.alles suuper "fachleute" KEINER weiß um zustand der gedämmten gebeude in 20 jahren.bis her alles wage "berechnungen" die "alten" baumeister hatten nicht unrecht.das sollten wir mal zu grunde legen.bei normaler belüftung und heizen der gebeude,hatten wir früher nicht die schimmel probleme wie heute.nicht in disem ausmaß.
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Konni Schlefsky Montag, 09. Dezember 2013 13:19
Was bin ich froh, diese Seite gefunden zu haben!!! Meine Wohnung (Bj. 1954) wurde irgendwann vor 1984 auf der Westseite, zum Treppenhausund zu den den 2 Nachbarwohnungen von Innen isoliert. - "Toll", da spart man... Verschwiegen wurde beim Kauf, das aktuell das Haus mit 3 Eingängen von Außen isoliert wurde und ausgerechnet bei mir wieder nur im Westen und nicht im Osten... Immer noch kein Problem, weil ich als einzige Partei noch die Originafenster (!!!) hatte und sich die Vor- und Nachteile aufhoben. Als ich nun 2010 alle Fenster erneuern ließ bangte ich, ob der Schimmel nun Einzug halten würde und habe sichtbar noch nirgends Schimmel entdeckt. Jetzt war nur noch die Angst, dass sich zwischen den Isolierungen und Außenwänden etwas abspielen würde, was krank macht und ich einem Käufer nicht verschweigen könnte. Dank dem Artikel bin ich beruhigt, ohne die vielen Kommentare gelesen zu haben. Vielen Dank Konni
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Dietrich Sonntag, 08. Dezember 2013 15:18
Aus der Sicht von Architekten und wohl auch Dämmungsverkäufern darf ich mich zu den Laien zählen, allerdings habe ich Physik, um die es hier auch geht, einmal gelernt und ca. 60 Jahre damit gearbeitet. Was den Bau betrifft, innerhalb von auch ca. 60 Jahren habe ich einige Häuser gebaut, bzw. bauen lassen und bewohnt. Die „Sünden“ und die „Neusten Erkenntnisse“ (Sind ja teilweise identisch.), habe ich miterlebt und teilweise erlitten. In einigen der Beiträge wird zwischen Neubau und Sanierung dh.in diesem Falle nachträglicher Dämmung, nicht unterschieden. Es wird wohl auch übersehen, bzw. übergangen, wie geheizt wird. Damit ist die komplexe Problematik nicht erfasst. Ein Haus und auch seine Bewohner sind ein System, auch die Befindlichkeiten und Denkweisen, gehören dazu. Wer da eine oder einige Stellgrößen verändert kann, wenn er seinen Verstand mitarbeiten lässt, Glück haben und graduelle Verbesserungen im Sinne einer Optimierung erreichen. Am Anfang sollten die Fragen nicht „wie“ lauten, sondern „was“. Was ist vorhanden, was ist mein Ziel. Damit ist mindestens klar, dass Berater, die bestimmte Vorgaben haben, bzw. etwas „verkaufen“ wollen, in der Regel ungeeignet sind. Klar ist aber auch, dass es kaum „die“ Lösung gibt, sondern dass es darum geht, sich einem Wunschziel unter Berücksichtigung unterschiedlichster Bedingungen und Vorstellungen anzunähern. Ganz grob sind es die Faktoren „Ausgangssituation (Neubau oder vorhandenes Objekt), Wohnanforderungen und Kosten (Investitions- und Langzeitkosten) sowie ökologische (Wunsch-)Vorstellungen. Die Prioritäten sind zu setzen, erst dann haben Überlegungen zum „Wie“ einen Sinn! Als Beispiel eines meiner letzten Objekte. Ein altes landwirtschaftlich genutztes Gebäude, teilweise Stall, nicht unterkellert, in mindestens 150 Jahren Vergangenheit daran herumgebaut, zuletzt von einem superklugen Fachdilletanten nahezu kaputtsaniert. Ein Gemisch aus Feldstein- und Ziegelmauerwerk, Gasbeton und Beton. Dazu infolge fehlender Bedachung gut durchfeuchtet. Der Einsatz einer Planierraupe lag nahe. Nach intensiven Überlegungen dann der Versuch einer Lösung die in den Kostenrahmen passte. In Stichworten: Außenfassade difussionsoffene Mineralfaserdämmung darüber Holzverkleidung. Als Heizung eine „exotische“ Wandflächenheizung von Alfred Eisenschink mit eine Gastherme (Flüssiggas) mit 11 kW. Die meisten „Experten“ prophezeiten eine Katastrophe. Das Ergebnis nach zwanzig Jahren: Selbst in den kältesten Wintern (unter -20° in relativ exponierter Mittelgebirgslage) immer angenehmes Wohnklima, Heizkosten für vergleichbare Wohnfläche deutlich unter Durchschnitt. Feuchte, Schimmel etc. nie aufgetreten, Fall zwei aus der Familie. Ein großzügiges, solide erbautes, ländliches Einfamilienhaus, freistehend 40 Jahre. Der veraltete Ölkessel war „fällig“, Jede Dämmung aus Kostengründen utopisch. Eigenes Brennholz steht zur Verfügung. Die Lösung: Ein vom Flur beheizter Holz-Grundofen im großen Wohnraum, Das Abgas beheizt im 1. OG einen zweiten „Ofen“ ohne eigene Feuerung, der Ölkessel wird gegen einen modernen Brennwertkessel getauscht. Das Ergebnis nach drei Jahren: Ölverbrauch (einschließlich Warmwasser) auf ca. 40% gesenkt. In der Übergangszeit, an kalten Sommertagen (Oberbayern) und an warmen Wintertagen wird die Wohntemperatur ausschließlich vom Holzofen erzeugt. Feuchte, Schimmel etc. sind kein Thema. Die Beispiele mögen zeigen, dass eine vernünftige Gesamtlösung mehr bringen kann als einseitige Isoliermaßnahmen.
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Arnold Drewer Mittwoch, 18. September 2013 17:40
ab Findig71: 1. die energetische Amortisationszeit von Polystyrol beträgt weniger als 1/2 Jahr. Danach hilft das Produkt, Energie einzusparen. Bis zu 50 Jahre lang. 2. danach kann es in einer MVA zu Strom und Nahwärme umgewandelt werden. Oder aber recycelt - erste Ansätze kenne ich schon. 3. der Dämm-Hasser und Freund des iranischen Ex-Diktators Ahmadinedschad KF ist nun wirklich keine ernstzunehmende Quelle. Eher gucke ich hier im LKH nach Experten. 4. die PROGNOS-Studie wurde leider vom WELT-Journalisten nicht zu Ende gelesen (traue ich denen auch nicht zu). Von Ihnen auch nicht? Darin steht nämlich, dass die energetisch bedingten Mehrkosten sich durchaus rechnen. Man darf ja wohl die Instandhaltungs- und Erstellungkosten (z.B. eines Neubaus) nicht auch noch zu Lasten der Energieeinsparung rechnen, oder?
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Neopol Samstag, 31. August 2013 14:35
Sicherlich kann eine Wand nicht atmen, das Thema Sondermüll ist nicht zu vernachlässigen, nur der Dämmstoffe die nicht als Sondermüll entsorgt werden muss, muss sicherlich noch erfunden werden. Dämmstoffe aus "Ökö / Nachwachsenden Rohstoffen / etc." sind zu 100% auch mit brand- fungizid- oder anderen Substanzen behandeld. Abgesehen davon kann von Amortisation sicherlich auch nicht gesprochen werden. Der Ansatz der transparenten Wärmedämmung um in Übergangs- u. Winterzeit die Sonnenenergie dem Gebäude zuzuführen sind sehr interessant, aber das Problem in den Sommermonaten nur schwer zu kontrollieren. Alles in allem gibt es die verschiedensten Ansätze, den Richtigen Mix zu finden und dann auch noch einen Fachmann der das Projekt auch noch komplett umsetzen kann wird sehr schwierig bis unmöglich. Abgesehen dass man eine perfekte energetische Sanierung dann warscheinlich nicht bezahlen könnte.
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Torsten Plengemeyer Mittwoch, 28. August 2013 23:44
Grundsätzlich begrüße ich diese kontrovers geführte Diskussion. Es wird sich nie etwas bewegen, wenn niemand Denkanstöße gibt. Allerdings halte ich es für sinnvoll, wie bereits in einigen Beiträgen erwähnt, zwischen theoretisch ermittelten Kennzahlen und in der Praxis erworbenen Erfahrungswerten zu unterscheiden. Aus meiner mittlerweile neunjährigen Erfahrung als Energieberater kann ich sagen, dass die Theorie mit der Realität leider oder vielleicht auch manchmal Gott sei Dank nicht immer konform geht. Das wird im Glaserverfahren, welches sehr häufig dem Planer die rote Karte hätte zeigen müssen, obwohl auch nach Jahren weder innen Schimmel, noch außen Algenbefall zu sehen ist, ebenso deutlich, wie bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung von neuen Fenstern. Die Wärmeverluste von alten Fenstern, ob einfach- oder zweifachverglast, sind kaum zu verifizieren, wenn man auf einen BlowerDoor verzichten will. Kann man von einer intakten Bauwerksabdichtung ausgehen, sprechen wir von einer rechnerischen Amortisationszeit jenseits der 50 Jahre. In der Realität wird der break-even point allerdings in aller Regel deutlich eher erreicht. Ich bleibe Ihnen die Erklärung für diesen Sachverhalt ungern schuldig, aber es würde diesen Rahmen sprengen und allzu theoretisch werden. Immer wenn von energetischer Gebäudesanierung gesprochen wird, muss man in diesem Zusammenhang zwei Aspekte berücksichtigen. Die Ökologie und die Ökonomie. Wer einmal verstanden hat, welch schweres Erbe wir den kommenden Generationen hinterlassen, wird wissen, dass jeder seinen Beitrag zu leisten hat und dass dieser nicht immer wirtschaftlich zu realisieren ist. Wer aber einem Modernisierungswilligen transparent machen will, warum er das Dach seines 50 Jahren alten Hauses für 40.000 Euro konventionell dämmen soll, braucht überzeugende Argumente. Bezieht man die Kosten auf die Fläche, die tatsächlich an der Wärmeübertragung beteiligt ist, kommt man schnell auf spezifische Kosten von weit über 1.000 Euro/m² Fläche. Die Frage wie lange Lieschen Müller heizen muss, um diese Investition "wirtschaftlich" zu machen braucht sich niemand zu stellen. Das erlebt sie nicht. Wer da noch versucht Begehrlichkeiten zu wecken, weiß nicht wovon er spricht oder verfolgt ganz andere Interessen, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen will. Ich halte es, allen Unkenrufen zum Trotz, mit denen, die versuchen über den Tellerrand hinauszuschauen und vor dem Dämmwahn warnen. Berücksichtigt man auch die vorgelagerten Prozessketten energetisch, wird die CO2-Bilanz oft kaum verbessert, der Modernisierer aber fahrlässig um sein Erspartes gebracht. Nach meiner Einschätzung kann ich sagen, dass in 60 bis 70 % aller Fälle am Bedarf vorbei saniert wird und die Nachhaltigkeit auf der Strecke bleibt. Das finde ich sehr bedenklich. Die Tatsache, dass alles gewissen Gesetzmäßigkeiten oder Verordnungen unterliegt, ist leider keine Sicherheit, die vor Unsinn schützt. Hat sich schon mal Jemand gefragt, wie die Energieeinsparverordnung zustande kommt? Verordnungen werden durch Norm- und DIN-Ausschüssen auf den Weg gebracht. Und was denken Sie, wer sitzt in diesen Ausschüssen? Richtig: die Vertreter der Industrie. Und wenn die Jungs dann tagen, kommt dabei raus, dass die Anforderung der EnEV 2009 um 30 % gegenüber der EnEV 2007 verschärft wird, aber nichtmal 1 % mehr Einsparung beim Verbraucher ankommt. Möchte mal jemand zu eruieren versuchen, wie sich 30 % mehr Dämmstärke für den Verbraucher monetär auswirken? Lassen Sie´s. Seit etlichen Jahren empfinde ich mich als Einzelkämpfer unter den Energieberatern und kämpfe gegen Windmühlen an. Aber nachdem selbst die KfW die Sinnhaftigkeit mancher Maßnahme in Frage stellt, wird doch allmählich der Ein oder Andere sensibilisiert. Ich glaube, dass lange Zeit versäumt wurde einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt und mit den endlichen Ressourcen zu vermittelt. Hierin sehe ich ein ebenso großes Potential, wie in guten Sanierungskonzepten. Warum gibt es kein Fach Ökologie in der Schule? Ich möchte Ihre Geduld nicht über Gebühr beanspruchen, würde mich aber freuen, wenn meine provokannten Einstellungen zum nachdenken anregen würden Torsten Plengemeyer Energieberater und Architekt
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Samuel Frei Freitag, 09. August 2013 19:18
Ich frage mich gerade, ob eine spezifische Nord-Ost-Dämmung nicht die ideale Lösung wäre? Die Fassade würde auf den sonnenarmen Seiten (N/O) gedämmt und könnte dafür auf den sonnigen Seiten (S/W) Wärme und Feuchtigkeit austauschen. Reine Theorie natürlich ...
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Werner Henke Freitag, 07. Juni 2013 01:00
Ich habe mein eigenes Haus (Doppelhaushälfte) seit 1998 mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt und kann einen um ca. 33% geringeren Gasverbrauch anhand der mir vorliegenden Verbrauchsabrechnungen nachweisen. Schäden sind auch Dank "fachgerechter" Ausführung bis heute nicht ersichtlich. Ein Renovierungsbedarf durch einen Fassadenanstrich ist ebenfalls noch nicht erforderlich. Auch ist bis heute kein Bewohner erstickt, erfroren oder in irgendeiner Form mit Schimmelsporen in Berührung gekommen. Wir leben immer noch und haben auch noch keinerlei Symptome einer Vergiftung feststellen können! Meine Kunden sparen ebenfalls Heizkosten und sind hoffentlich noch bester Gesundheit : http://www.henke-daemmtechnik.de/Fassade/Referenzen/referenzen.html @ markus- selberbauer Wo der Trend hingeht weiß ich nicht. Schauen Sie sich doch mal diese Thermoghraphieaufnahmen an. Zwei baugleichen Reihenhäuser mit und ohne Wärmedämmverbundsystem. Die Leute mit der dunklen Fassade (linkes Haus) , haben es jetzt 2 - 3 Grad wärmer und sparen nach eigener Aussage ca. 1000,- Euro Heizkosten pro Jahr. http://www.henke-daemmtechnik.de/Fassade/fassade.html Die Thermoghraphieaufnahmen sind echt und nicht manipuliert ! Wenn Sie möchten können wir nächsten Winter mal mit dem Infrarot- Thermostat nachmessen gehen. Eine Tasse Kaffee spendieren die Hausbesitzer bestimmt auch noch ?
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markus -selberbauer Dienstag, 07. Mai 2013 22:06
Ich denke es ist ganz klar ein Trend zu natürlichen - ungiftigen - und wiederverwertbaren Ro und Baustoffen absehbar. Ich renoviere innen mit Lehm, ab einer gewissen stärke speichert der Lehm viel Wärme und Feuchtigkeit und giebt sie wieder ab ung wirkt so ausgleichend und federt Schwankungen ab . Schimmel kann so nicht entstehen - und die Wand wirkt wärmer weil sie nicht kalt strahlt und so ist es behaglicher und vielleicht verzichtet man sogar auf 1 - 2 Grad. Man kann übrigens auch innen dämmen und darauf mit Lehm putzen. Damit löst man viele genannte Probleme. ----Und Gifte gehören wirklich nicht in unsere Wände---
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M.Meyer Samstag, 04. Mai 2013 11:09
Interessante Seite , wirklich. Meiner Meinung nach wird ständig aus irgendeinem Phänomen an irgendeiner gedämmten Fassade eine Allgemeingültigkeit gesucht und gefunden. Daraus entstehen Ängste und Ablehnung gegen ein WDVS. Sehrwahrscheinlich ist das bauphysikalische Konstrukt einer Aussenfassade noch komplexer als wie der Mensch glaubt zu wissen. Als Anwender/Bauleiter war ich schon bei vielen Tausend m2 Fassade beteiligt. Immer wieder entstehen Situation die eindeutig Allgemeindeutigkeiten ausschliessen. Beispiel: Zwei Häuser neben einander, baugleich, gleich gedämmt und beschichtet. Und dann: eins wird grün das andere nicht. Beim Dämmen von Altbauten z.B. im Bereich der Leibungen mit Rollladen-Führungsschienen in der Mitte der Leibung. Kunde hat die gerade für viel Geld anbauen lassen, will nichts dran verändern. Du erzählst ihm was von Wärmebrücken, Schimmel, Taupunkt. Lösungsvorschläge werden gemacht. Der Kunde bleibt stur, OK dann eben ohne Leibungsdämmung. Du denkst an die farbigen bauphysikalischen Darstellungen aus teuren Fachbüchern. An die Bauten wo mit viel Aufwand Leibungen aufgeflext und mit Phenolharz gedämmt wurden. Rollläden die gekürzt wurden und der Kunde nicht zahlen wollte weil danach auf einmal die Führungsschienen über den Fensterrahmen stehen und von innen zu sehen sind. Au weia. Tja und dann dämmt man eben ohne Leibungsdämmung. Und was passiert: nix. Kein Schimmel (trotz guter Fenster), keine Pfützen auf der inneren Fensterbank. Auch nach Jahren nicht. Sockeldämmung: stets bemüht weit genug unter die Sohle zu dämmen, gelingt dies jedoch nicht immer. Sturer Kunde (will seine Pflasterfläche nicht aufnehmen, seine Pflanzen nicht umpflanzen oder zurüchschneiden...etc), oder konstruktiv unmöglich. Noch nie habe ich deshalb nachträglich von einem Schaden gehört. Jeder Anwender könnte hier seitenlang von im eigentlichem Sinne falsch ausgeführten Dämmsytemen erzählen , an denen seit vielen Jahren nichts passiert ist. Und genauso verhält sich das mit Bauphysik. Es werden im Labor Situationen simuliert, es werden Programmen mit Parametern gefüttert die als Konstante eigentlich ungeeignet sind (Glaser-Diagramm). Doch die Natur spricht Ihre eigene Sprache. ich glaube jeder Energiebedarfsberechner weiss, dass sein hübsches Zahlenwerk mit vielen spannenden Diagrammen und Tabellen, nur ein Annäherungswert ist und genauso wie berechnet selten zutrifft. Übrigens kenne ich Wohngebiete in denen ein WDVS nur schwer zu verkaufen ist, wegen was?. Wegen Spechten! Die hauen da ein Loch nach dem Anderen in (Hartschaum)-Fassaden. Selbst durch Meldorfer hacken die so durch! Sollen wir das jetzt in ganz Deutschland diskutieren ? Durch richtig gedämmte Häuser (bitte nicht Dämm-Fassaden hinterlüftet auf Unterkonstruktion, wie oben schon mal erwähnt) wird eine Menge CO 2 Ausstoß gespart. Das ist Fakt. Der Bürger ist bereit dafür auch Geld auszugeben, weil es sich für Ihn rechnet. Wenn mir aber vorgerechnet wird, das bei der Herstellung von z.B. Hartschaum sehr viele Energie verschleudert wird, dann geh ich doch nicht zum Kunden und sage ihm: die Gesamt- Energiebilanz eines WDVS ist negativ. Weil bei der Herstellung, Transport, Anbringung so viel Energie verpulvert wird, das sich das alles nicht lohnt. Ausserdem hat die Fassade in 5 Jahren nicht mehr WLG 032 sondern "nur" noch 042 (das wurde im Vorbericht bereits richtig erwähnt). Ergo, es würde gar nicht mehr gedämmt. Viel richtiger wäre es doch, die Hersteller dahin zu bringen, ihr Material wirtschaftlicher herzustellen. Hocheffizente Dämmstoffe (WLG 018-022) mit Preisen von 400-1000 Euro je m3 ? Was soll das.?Müssen da sich welche mit vollsaugen, wenn Energie gespart werden soll. MM
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Slavedriver Freitag, 03. Mai 2013 16:25
Ich bin begeistert, liebe Kommentatoren, nur weiter so! Eure Beiträge enthalten zweifellos Anhaltspunkte wo man ansetzen muß um Problemen auf die Spur zu kommen. Vielleicht hat jeder ein Bißchen Recht mit seiner Theorie, aber gibt es denn keine Untersuchungen die wirklich Klarheit schaffen und die zweifelsfrei ergeben warum dies und jenes bei der Isolierung so ist und nicht anders? Wichtige Sachen kan man nicht sich selbst überlassen, oder Leuten die Kapital daraus schlagen. Bei den im Laufe von zwei oder drei Jahrtausenden gebauten Milliarden von Gebäuden müßten wir es doch schon längst im Griff haben was Wärmedämmung speziell von Häusern betrifft! Oder? K.R.
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Ronny Meyer Montag, 29. April 2013 17:55
Hallo liebe Leserinnen und Leser, bei diesen kontroversen Kommentaren möchte ich mich als Autor des Beitrages zu den “atmenden Wänden” nochmals kurz zu Wort melden. Erstmal danke für die Kommentare, die ein guter Querschnitt des Halbwissens sind, das durch die Welt geistert und die Menschen vermutlich eher verunsichert als informiert. Zunächst: Die bauphysikalischen Zusammenhänge zwischen Dämmung, Lüftung, Feuchtegefahr und möglicher Schimmelbildung sind – wenn man richtig in die Tiefe geht – so komplex, dass man es ohne spezielle bautechnische Ausbildung kaum verstehen kann. Wir müssen aber zwingend alle Menschen über die Zusammenhänge aufklären. Und das funktioniert eben nur mit vereinfachten Beiträgen, die aber im Kern richtige Aussagen transportieren (siehe mein Beitrag). Ich engagiere mich gern dafür, im Zusammenhang mit energetischem Modernisieren richtig aufzuklären. Für gute Argumente bin ich immer zu haben und da ich weder Dämmplatten noch Lüftungsanlagen verkaufe, habe ich die Freiheit, auf alle Anregungen unvoreingenommen und sachlich einzugehen und mich auch gerne eines Besseren belehren zu lassen. Auf Beiträge, wie der von “Findig71”, würde ich am liebsten wie Chefcholeriker Gernot Hassknecht aus der ZDF-heute-Show poltern: DER RU-BI-KON IST Ü-BER-SCHRITTEN!!!! Doch ich bleibe sachlich und bitte, mir diesen kleinen Scherz zu verzeihen. 1. “Findig71” schreibt von “Wärmebrücken” wie den Fenstereinfassungen. Für diese Fenstereinfassungen gibt es längst wärmebrückenfreie Lösungen. Damit ist die Schimmelthematik erledigt. 2. Ziegelwand – “Findig71” erklärt: “Im Gegensatz zur ungedämmten Ziegelwand wird die gedämmte Außenfassade sehr warm und kühlt in der Nacht ... “. Dann geht es in Richtung “Kondensat” mit einem Schlenker rüber zu den “Algen”, um in der Quintessenz festzustellen, dass man die Dämmung als “Sondermüll” entsorgen muss. STOP: Konnte sich eine Fassade in der zurückliegenden Wintersaison, wo wir monatelang nicht über 5 Grad Außentemperatur kamen, aufwärmen oder gar nennenswert Wärme speichern? Was für eine Wärme? Wir hatten monatelang Dauerfrost mit Dauergrau am Himmel. Eine ungedämmte Fassade hat im zurückliegenden, grauen Dauerfrost-Winter keine Sonnenwärme gespeichert, sondern ohne Ende Raumwärme an die Umwelt abgegeben und gleichzeitig die Heizkosten nach oben gejagt – inklusive Mega-Umweltbelastung. Wohl dem, der ein Haus mit gedämmter Fassade hat. 3. Algen: Ihrer Schilderung, lieber “Findig71”, zufolge, müssen alle Leute, die ihr Haus gedämmt haben, Angst vor Algen haben. Ich biete Ihnen folgenden Deal an: Sie schicken mir 100 Adressen von gedämmten, veralgten Häusern. Für diese suchen wir dann gemeinsam nach einer Lösung inklusive fachlich fundierter Bürgeraufklärung. Wobei 100 Häuser im Verhältnis zu den Millionen gedämmten Häusern auch nur im Nullkomma-Promille-Bereich liegen würden. Ich bin mir fast sicher, Sie kennen persönlich nicht einmal 50 veralgte Häuser. Es sei denn, Sie sind der Algen-Papst und haben alle deutschen Algenfassaden aufgelistet. Dann habe ich echtes Interesse, mit Ihnen gemeinsam vor die Presse zu treten. “Anonymus” möchte ich auch antworten: Wenn tatsächlich – wie hier ein Anonymus schreibt – die gedämmten Häuser in den SEHR VIELEN Neubaugebieten seines Wohnortes langsam schwarz werden, will ich Bilder sehen. Meiner Erfahrung nach gibt es in SEHR VIELEN Neubaugebieten GAR KEINE veralgten Fassaden. Und wenn es ein oder zwei betroffene Gebäude von 50, 70 oder 90 neuen Häusern gibt, dann sind das SEHR WENIGE. Es wären dennoch ein bis zwei zu viele - hier muss nach dem Problem gesucht und es dann behoben werden. Ronny Meyer
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Jürgen Holtmann Mittwoch, 04. Juni 2014 22:17
Liebe Ronny Mayer, seit 1980 betreibe ich ein Ingenieurbüro für Energieberatung, Thermografie und Energiemesstechnik. Genau so lange bin ich auch Energieberater der Verbraucherzentrale. Wenn man die meisten Kommentare liest möchte man schon verzweifeln über so viel Un- und Halbwissen. Die einfachsten Regeln der Physik und speziell der Bauphysik scheinen ebenso unbekannt zu sein, wie die Eigenschaften der verwendeten Baustoffe und deren Verarbeitung. Neben der "atmenden" Wand und der Tauwasserbildung zwischen Wand und Dämmung, taucht natürlich auch wieder die Wärmespeicherung auf. Ich muss Ihnen recht geben, der komplexe Vorgang der Dampfdiffusion ist einem Laien schwer erklärbar, besonders der Zusammenhang zwischen Sättigungs- und Teildruck und dass auch an Stellen in der Konstruktion, an denen 0°C herrscht KEIN Tauwasser entsteht. Zu Ihrer Erheiterung: Das Folgende habe bei einer Prüfung zum Gebäudeenergieberater des Handwerks erlebt. Der Prüfling sollte in einem "Beratungsgespräch" die etwas provozierende Frage beantworten: "Wenn Sie 10 cm Dämmung auf die Wand machen, schwitzt die Wand dann nicht hinter der Dämmung?" Die Antwort war: "Die Dämmplatten werden mit so Klebebatzen an der Wand befestigt, da entsteht immer ein Zwischenraum von mindestens einem halben Zentimeter. Dort läuft das Wasser runter, da brauchen Sie keine Angst zu haben". Der Prüfungsleiter, Chef des Stukkateurverbandes fiel beinah ohnmächtig vom Stuhl und wir Referent fragten uns, was hat dieser Kurseilnehmer in 250 Unterrichtseinheiten eigentlich gelernt? Mit freundlichen Grüßen Jürgen Holtmann
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Findig71 Freitag, 03. Mai 2013 23:55
Hallo lieber Ronny Meyer, zunächst ein großes Lob, ich hätte nicht gedacht dass sie in ihrem Forum kontroverse Meinungen zulassen würden, zumal sie unter dem Motto „Energetisch Bauen und Sanieren“ ein gewisses Eigeninteresse wohl kaum von der Hand weißen können. Ich finde das spricht unbedingt für sie. Aber nun zur Sache: Ich hoffe die „bauphysikalischen Zusammenhänge“ die sie nach ihren eigenen Angaben in einer „speziellen“ Ausbildung erlernt haben und die, wie sie sagen, zwingend erforderlich sind um die Komplexität des Themas überhaupt zu verstehen, unterscheiden sich nicht allzu sehr von der allgemein gültigen Physik und Thermodynamik, die sich ja u.a. mit Wärmedurchgang-, -Wärmestrahlung- und der -Zustandsänderung der feuchten Luft durch Erwärmung-, in Form des Mollier-Diagramms, auseinandersetzen und ihnen sicherlich auch geläufig sind. Des Weiteren sind ihnen natürlich die Begriffe Wärmedurchgangskoeffizient, spezifische Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit vertraut und sie können die folgende Frage sicher auf Anhieb richtig beantworten: Wir haben zwei freistehende Mauern, die eine aus Ziegel (nicht ganz so doller U-Wert), die andere aus Polysterol (Prima U-Wert). Im Winter haben wir einen bewölkten Himmel und es kommt 8h lang Tageslicht an beide Mauern. Das gleiche Szenario im Sommer, bei 12h wolkenfreiem Himmel. Welche Wand ist kurz vor Sonnenuntergang kälter? Und welche ein paar Stunden danach? Ich bin mir sicher sie wissen es, die Ziegelwand ist natürlich tagsüber kälter, die Polystyrolwand wärmer. Nach Sonnenuntergang dreht sich das Verhältnis um! Mit anderen Worten, der Ziegel nimmt die Energie der wärmestrahlenden Sonne Sommers wie Winters auf und leitet sie ins Ziegelinnere weiter und wird dadurch paradoxerweise an der Oberfläche weniger warm (besonders an heißen Sommertagen toll). Fällt nachts die Außentemperatur, entsteht die Triebkraft für die Abgabe der gespeicherten Wärme an das Ziegeläußere, wodurch der Taupunkt nicht unterschritten wird und die Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft nicht kondensiert. Ihre polystyrolgedämmte Wand hingegen heizt sich sehr stark auf (sie haben ein Auto?) und kühlt, sobald sie Sonne wieder weg ist, schnell ab. Speichern und zeitverzögert abgeben is nicht. Sinkt der Temperaturgradient unter den kritischen Taupunkt (das ist im Mollier-Diagramm die dicke Linie ganz unten an der 100% steht), kommt es unweigerlich zur Kondensatbildung. http://www.ibp.fraunhofer.de/content/dam/ibp/de/documents/KB_7_tcm45-30963.pdf http://www.hoki.ibp.fhg.de/ibp/publikationen/fachzeitschriften/WTA-Schriftenreihe_Heft_28_S49.pdf Trotzdem möchte ich es für die geneigte Mitleserschaft noch plastischer formulieren, sie verwenden im Bezug auf WDVS das Beispiel mit dem Pullover und der dicken Jacke, ohne die man im Winter ja selten das Haus verlässt. Das Problem ist, wir Menschen können uns bei Bedarf der überschüssigen Kleidung entledigen, ein Haus kann das nicht. Und jetzt stellen sie sich im Sommer bei 30 Grad (oder meinetwegen auch an einem sonnigen Wintertag) mit ihrem Pullover und ihrer dicken Jacke direkt in die Sonne. Sie werden tagsüber schwitzen. An einer echten Wand kondensiert nachts das Wasser, der Effekt ist der gleiche. Und jetzt stellen sie sich vor, dieses Schwitz/Kondenswasser könnte durch ihre diffusionsoffene Goretexschicht der Jacke (respektive Kunstharzaußenputz) nicht wieder vollständig verdunsten (vornehmlich auf der sonnenabgewandten Seite). Sie können ihre Jacke ja nicht ausziehen. Würden sie sich wundern wenn sie in der Folgenacht genau dort frieren? Außerdem unterliegt der Außenputz gerade im Sommer einer wesentlich größeren Temperaturschwankung und infolgedessen einer größeren Materialbelastung; es kommt u.U. zur Rissbildung und spätestens beim nächsten Regen kann Wasser eindringen. Sie haben sich sicherlich auch mit der höheren Wartungsintensität und den damit verbundenen Kosten für außengedämmten Fassaden auseinandergesetzt? Auch nach der Gewährleistung? Eine Untersuchung von WDVS-Systemen im Jahre 1994-95 aus dem Erstellungszeitraum 1963-1981 ergab übrigens: Von 18 Häusern hatten 50% große, 28% geringe und 22% keine Mängel. Das Maximum der Häufigkeitsverteilung lag bei 22 Jahren! Ich finde ein hinreichend guter Grund um die Langlebigkeitsprognosen ihrer WDVS-Fassaden stark anzuzweifeln. http://www.thermopor.de/html/amz12.htm http://www.ibp.fraunhofer.de/content/dam/ibp/de/documents/Kuenzel_2010_Aussendaemmung-bei-Bestandsbautentcm45-86532.pdf Zum Punkt Dämmung und Einsparung von Heizenergie. Nur bei den von ihnen angesprochenen langen, kalten und permanent stark bewölkten Wintern ist ihre außengedämmte Ziegelwand aufs Gesamtjahr gesehen eindeutig im Vorteil, weil, das haben sie richtig erkannt, die Einsparungen an Heizenergie im Winter die Zugewinne an kostenloser Energieeinstrahlung in den Übergangszeiten Frühjahr und Herbst übertrumpfen. Was ist aber wenn wir den Betrachtungszeitraum auf die gesamte Nutzungsdauer ausweiten? Gab es in der Vergangenheit nicht auch milde Winter die wir dem Klimawandel zugeschoben haben und verkehrt sich die Bilanz dann nicht ins Gegenteil, d.h. sie müssen die weggedämmte kostenlose Strahlungsenergie vor allem in den Übergangszeiten irgendwo hernehmen? Ist nicht das arithmetische Mittel den Extremen vorzuziehen? Außerdem möchte ich ihre gedämmte Wand in den Gesamtkontext eines Hauses stellen. Sie sind der Fachmann, wie groß ist die Ersparnis durch einen effektiveren Brenner, respektive Heiztechnologie, wie groß die einer Dämmung zum Keller, einer Dämmung zum Dach oder die welche durch neue Fenster zustande kommt? Zusammengefasst frage ich sie, ist es also wirklich so dass der Einspareffekt einer außengedämmten Ziegelfassade im Winter immer und unter allen Umständen so groß ist, dass er alle anderen Nachteile überwiegt? Oder hat eine monolithische Wand mit etwas dickeren und speicherfähigen Ziegelsteinen auf lange Sicht, vor allem unter Berücksichtigung der Instanthaltungskosten und der Nutzungsbeständigkeit, nicht doch die Nase vorn? Auf Konrad Fischers Website, der Name ist ihnen sicherlich bekannt, habe ich dazu folgende empirische Daten gefunden: http://www.konrad-fischer-info.de/2135bau.htm Haben sie empirische Daten die das Gegenteil beweisen, ich meine nicht die theoretischen Hausnummern einer Energieberatungsagentur? Dann immer her damit, für gute Argumente bin ich genau so offen wie sie! Kommen wir zum Punkt Algen-und Schimmelbildung, den sie mir so schön um die Ohren gehauen haben. Hier habe ich zunächst eine Gegenfrage an sie, warum mischen die Hersteller von Außenputzen neuerdings Stoffe wie Terbutryn (Nervengift, in der Landwirtschaft verboten), Diuron (Breitbandherbizid), Zinkpyrithion, Jod-Propinylbutylcarbamat/IPBC, Cybutryn, Octyl-Isothiazolinon/OIT, Dichloro-Octyl-Isothiazolinon/DCOIT, Hexabromcyclododecan (Brandschutz) o.ä. in ihre Produkte? Weil sie es können? Oder gibt es einen viel trivialeren Grund? Und warum misst die Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) und die Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG) diese Substanzen in den Flüssen und im Grundwasser und erdreistet sich zu behaupten dass von den jährlich in der gesamten Schweiz verbrauchten 7400 Tonnen Bioziden 25 Prozent aus Baumaterialien stammen würden? http://www.aquapuravision.ch/osMedia/doc/biozideimregenwasserabfluss_0332.pdf Also, machen wir‘s doch so, sie geben mir die Adressen der Fassaden bei denen sie auf biozidfreien Außenputz verzichtet haben und ich gehe nach ein paar Jahren Inkubationszeit dann rum und mache Fotos. Sie sollten allerdings auf die Häuser mit braun- oder grünfarbigen Außenputz verzichten, das wäre unfair. Außerdem habe ich ihnen das Sicherheitsdatenblatt der Firma Sigma-Aldrich zu Diuron angehängt und bediene mich ihrer Metapher: Die Cäsaren der Dämmstoffindustrie haben den RUBIKON wirklich überschritten, warum sie mir allerdings in diesem Zusammenhang das Wort „Sondermüllentsorgung“ nicht gestatten wollen, verstehe ich nicht. Es sei denn sie sind mit der neuen Symbolik nach GHS noch nicht vertraut oder sie vertreten die Ansicht dass das Zeugs eh beinahe rückstandsfrei ausgewaschen wird! http://www.sigmaaldrich.com/MSDS/MSDS/DisplayMSDSPage.do?country=DE&language=de&productNumber=D2425&brand=ALDRICH&PageToGoToURL=http%3A%2F%2Fwww.sigmaaldrich.com%2Fcatalog%2Fproduct%2Faldrich%2Fd2425%3Flang%3Dde Kommen wir zum letzten Punkt Amortisation: einer meiner geschätzten Mitforisten wollte die Quelle der Kfw-Studie, welche die Unwirtschaftlichkeit von gedämmten Fassaden belegt, wissen. Die Studie ist vom Schweizer Institut Prognos: http://www.prognos.com/fileadmin/pdf/publikationsdatenbank/130308_Prognos_Studie_Wachstumseffekte_KfW_EBS.pdf Nicht verschweigen möchte ich außerdem auch das was der §§ 10 Absatz 6 und 25 der Energieeinsparverordnung (EnEV) und § 9 Satz 2 des Erneuerbare Energien Wärmegesetzes (EEWärmeG) sagt: Eine Befreiung von den Vorgaben der EnEV und des EEWärmeG ist insbesondere dann möglich, wenn das Erfüllen der Vorschriften zu einem „unangemessenen Aufwand" oder zu einer „unbilligen Härte" führt. Bei Bestandsbauten müssen sich die gemäß EnEV erforderlichen Aufwendungen außerdem innerhalb einer „angemessenen Frist" durch die damit erzielten Einsparungen amortisieren. Die „angemessene Frist" selbst ist in der EnEV nicht definiert. Hier hilft wie so oft die Rechtsprechung weiter. Diese forderte in mehreren Entscheidungen, dass sich Energieeinsparmaßnahmen „innerhalb eines Zeitraums von etwa 10 Jahren" amortisieren sollen, um wirtschaftlich zu sein (Beispiel Landgericht München I, Beschluss vom 8.12.2007, Az: 1 T 15543/05). Da hätt ich dann folgende Frage an sie: Geben sie mir eine 10 jährige Garantie auf eine von ihnen nachträglich gedämmte Fassade die alle Investitionskosten und alle Instanthaltungskosten in diesem Zeitraum berücksichtigt und diese allein durch ihre Energieeinsparung wieder einfährt? Wenn ja, können sie das auch empirisch belegen? Sie meinen nein, Amortisationszeiten von 20 Jahren und mehr müssten mir mein Umweltbewusstsein schon wert sein? Hmm, auf die Gesamtenergiebilanz von Polystyrol, in die nicht nur die Energieeinsparung an der Fassade, sondern auch der Energieaufwand der Produktion und die geschätzten zukünftigen Entsorgungskosten hineingerechnet werden müssten, hab ich leider nicht gefunden. Bei der anhaltenden Dämmwut wird sich das aber in den nächsten Jahren sicherlich ändern. Ach beinahe vergessen zu ihren Kommentaren: zu Punkt 1.) die Schimmelthematik ist damit überhaupt nicht erledigt, durch wärmebrückenfreie Fenstereinfassungen wird sie lediglich woanders hin verlagert. Feuchte Raumluft bleibt feuchte Raumluft und wird auch an einer außengedämmten Wand dort auskondensieren wo ihre Konvektionsheizung nicht hinkommt. Wenn sie die Feuchtigkeit nicht entweder durch, ich zitiere den Kaufvertrag einer Neubaueigentumswohnung meines Wohnortes, 4-5 Mal pro Tag Stoßlüften (für berufstätige ein Traum + Heizenergie ist futsch) oder mittels einer Lüftungsanlage aus dem Raum bringen, bekommen sie früher oder später Besuch von Meister Schimmel. zu Punkt 2.) Woher die Energie kommt sollten sie in ihrem Studium gelernt haben. Ihre Fassade hatte in diesem Winter monatelang eine Temperatur <5°C, sie wohnen in Sibirien, stimmt’s? Ich habe die Temperatur meiner Fassade, obwohl Ziegel, zwar nicht gemessen, da sie ja aber sicher Wasser predigen und auch trinken, sollte ihre gedämmte Fassade auch in diesem Winter zumindest tagsüber ab und an ein wenig wärmer als 5°C gewesen sein zu Punkt 3.) Der Algenpapst heißt Konrad Fischer, dessen Ansichten ich nicht durchgehend aber überwiegend teile. Auf dessen Website verweise ich gerne und dort finden sie ihre geforderten Bilder zuhauf. Im Gegensatz zu mir kommt er anscheinend in der Republik rum und weiß von was er spricht. Ob er mit ihnen vor die Presse tritt, weiß ich nicht! http://www.konrad-fischer-info.de/2133bau.htm
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Helmut Börjes Donnerstag, 11. September 2014 21:51
@Findig. Eine wirklich interessante Diskussion. Ich glaube die unterschiedlichen Erfahrungen stammen aus verschiedenen Regionen. Ich wohne schon lange in Mittelfranken. das Wetter ist dort nicht viel anders als in Oldenburg. Wegen der höheren Luftfeuchtigkeit gibt es in OL aber viel größere Probleme. U. U. lagert sich auch mehr Salz ab. Was ich dort in einem einzigen Haus gefunden habe, habe ich unter "Liekegaewer, Feuchte, Schimmel, Heizung, ..." http://tinyurl.com/d62mhy2 gesammelt. Im Zusammenhang mit diesen Problemen habe ich bei Change.org eine Petition mit dem Titel " Retten Sie den preisgünstigen Mietraum in den Altbauten" mit dem Ziel, die schädlichen Dämmungen (Kaputtsanierungen) zu vermeiden, eingereicht.
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Kerstin Dienstag, 06. August 2013 00:47
..wir sind mittendrin... vor ein einhalb Jahren habe ich einen Ziegelbau aus den 50ern gekauft. Wir haben uns entschieden neue Fenster einzubauen. Diese nach längerer Disskusion nach vorne gezogen, weril die Fassade sowieso noch gemacht werden soll. Jetzt bin ich zwischen vielen Stühlen aufgewacht, wo es an die Fassade gehen soll. Meine Eltern meinen auf jeden Fall, da ja jetzt die Fenster noch abgedeckt werden müssen. Mein Freund war sich nicht sicher und ich bin ebenfalls unsicher, wie wir jetzt die Fassade dämmen sollen. Hinterlüftet, diffusionsoffen... Auch optisch.. Mir gefällt es, wenn die Fassade unterschiedlich "verarbeitet" ist. Mit Holz , vor der Wärmedämmung, oder im Giebel mit Zink und teils verputzt.... Bei normalem WDVS habe ich ein nicht bestimmtes ungutes Gefühl. Gibt es soetwas nicht mit Steinwolle? Gibt es evt Platten, die wie Rost/ rostigem Schiefer aussehen? Also nicht eintönig RAL Farben? Noch ein Problem: ich will nicht, dass Mäuse in die Fassandenverkleidung können. Damit haben die Nachbarn eben Ärger! ..
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EVICA Samstag, 14. September 2013 00:44
Hallo, mit großem Interesse habe ich alle Beiträge gelesen und bin trotzdem so schlau wie zuvor. Es geht um ein EFH, errichtet 1949/50 und steht in Kärnten, Österreich. Es steht seit dem Tod meiner Großeltern in den späten 80ern leer, wurde von mir nur in den Sommermonaten genutzt aber ganzjährig immer gelüftet. Die Wände sind (bis auf die Kellerwände) staubtrocken. Nun habe ich es geerbt und es stellt sich die Frage einer Generalsanierung (neue Fenster statt der gar nicht so dummen, aberleider unschönen Kastenfenster, naja Dach- und Kellerdeckendämmung ..) Soweit so gut. Aber die von allen geforderte Außendämmung macht mir echte Magenschmerzen. EPS ja oder nein? Die Für + Wider-Diskussion habe ich verfolgt und mir raucht der Kopf. Das Haus hat eine wunderbare Südlage, die Wand gen O und W bekommt wegen Verbauung und hohem Grünzeug nicht die volle mögliche Sonneneinstrahlung ab, die Nordenseite ohnehin nicht. Nach meinem bescheidenen Wissenstand wurde dazumal mit Vollziegeln (28er Ziegel sinds) gebaut. (Müßte dies nicht in die Berechnung miteinfließen?) Das Haus ist im Sommer wunderbar kühl – das sagt ja einiges aus, oder? Vorerst wird dass das Haus weiterhin nicht ganzjährig bewohnt sein, ehe ich in 2-3 Jahren dahin iehen werde können. Mir graut ein wenig vor der Vorstellung, dass das Häuschen nun mit EPS eingehüllt werden soll und ich es dann eben ordentlich beheizen muss, um die diskutierte Schimmelbildung zu verhindern. Ist das nicht eine Pharse, das Haus ordentlich zu dämmen, damit man danach umsomehr zu heizen – zumindest auf 12° C halten werde müssen, um Schimmelbildung zu verhindern? Bislang sind die Wände ja wie gesagt staubtrocken, aber da ich vorhabe in den nächsten Jahren dort einzuziehen macht man’s jetzt eben gleich ‘ordentlich’…! Bislang konnten die Wände im Herbst und Frühjahr durch die mäßige, aber doch vorhande Sonneneinstrahlung immer ‘natürlich’ austrocknen. Aber was, wenn nun ‘wärmegedämmt’. Dann erweitert sich die Heizperiode auch um diese Zeit… Ich spreche von der Zeit, bevor ich dort ganzjährig wohnen werde können. Mir graut davor, dass die N-Seite mit der Zeit veralgen könnte, Spechte sich verirren und sich Schimmel in den Ecken bilden, weil die Feuchtigkeit der Kellerwände nach oben diffundiert und dann nicht mehr ‘natürlich’ austrocknen kann. Wie verhält es sich denn mit mineralischen Dämmung? Keiner spricht hier darüber . Warum? Wäre das nicht die bessere, wenn auch wahrscheinlich konstenintensivere Alternative…… (komischerweise spricht keiner vom Brandschutz, das nur so nebenbei!) Ich muss bald eine Entscheidung treffen, welche Außendämmung – EPS, Mineralwolle oder gar keine, wie mir ein Architekt riet, angebracht werde soll.. Ach ja, falls sachdienlich. Heizung: wahrscheinlich Infrarot-Panele zusätzlich zu Holz-Einzelöfen. Ich hoffe so sehr hier den entscheidenden, fachkundigen Rat zu erhalten. Danke an alle im Voraus schon mal dafür. Gruß,
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Arnold Drewer Mittwoch, 18. September 2013 17:11
1. es gibt keine "atmenden Wände"! Der Luftaustausch erfolgt über "natürliche" (Fenster, Schlitze/Spalten) oder "künstliche" (Abluftanlage mit oder ohne Wärmerückgewinnung) Lüftung. Im Zuge des Austausches von CO2 gegen O wird auch das H2O weggelüftet. Wer nicht lüftet, er"stinkt". 2. es ist für das Raumklima bei einem Ziegelbau irrelevant, ob Styropor oder Steinwolle oder Kork oder Holzweichfaser oder Porenbeton draußen auf der Wand ist. Die mind. 24 cm dicke Ziegelwand (oder mehr, oder andere Baustoffe) schottet die Innenluft so stark von der Außenluft ab, dass das verwendete Material keine Rolle mehr spielt. 3. oben hab ich was von "hinterlüfteter Dämmung" gelesen. Das wäre wahrhaftig ein Schildbürgerstreich!! Dämmstoffe - egal welcher - muss fugenfrei und luftdicht verarbeitet und angeschlossen sein - ansonsten wird er von kalter Luft hinterströmt. Das wäre in etwa so, als wenn man im Winter seinen Pullover vor sich hertragen würde. 4. es gibt nun wirklich sehr, sehr wenige Fassadenbrände. Und zu Schaden gekommen ist meines Wissens nach dabei keiner. Andererseits gibt's pro Woche in Deutschland hunderte von Wohnungsbränden mit - tragischerweise - tödlichem Ausgang. Aufgrund von Rauchgasvergiftung. Deshalb wird IKEA (und andere Möbelhäuser) und die Lieferanten von Laminatfußböden usw. auch nicht verboten. 5. "Masse statt Dämmung": Wenn das so wäre, wäre es im Winter in Burgen/Domen/Kirchen angenehm warm. Das Gegenteil ist der Fall. Die wenige Energie, die an einem klaren Wintertag auf die Südseite eines Gebäudes eingestrahlt wird, reicht noch nicht einmal aus, die Wand zu erwärmen. Und was ist ansonsten, wenn es dunkel, bewölkt usw. ist (das ist der Normalfall!)? 6. Dämmstoffe sind im übrigen normalerweise kein Sondermüll. Und Polystyrol kann nach Verwendung in der MVA verstromt werden. 7. Der Architekt Plengemeyer lenkt den Blick auf das Dach. Nach meinen Erfahrungen wird hier der meiste Murks gemacht (sowohl planerisch als auch handwerklich). Eine Dachdämmung ist so gut wie immer überflüssig und sinnlos - nämlich dann, wenn der Abschluss der thermischen Hülle durch die Decke gegeben ist. Eine solche Deckendämmung kostet nicht 20.000 €, auch nicht 10.000 €, noch nicht einmal 5.000 €, sondern im Durchschnitt 2.000 € (hab's ermittelt anhand von hunderten Objekten) 8. grüne (veralgte) Fassaden: ich habe in den NL ein biologisch abbaubares Enzym gefunden, welches die Algen sozusagen sich selber auffressen lässt. Hab's vor meiner Tür auf eine stark veralgte Fläche gesprüht - nach 2 Wochen war diese im Originalzustand. 9. an "slavedriver": Dämmung ist eine vollkommen neue Technologie. Die Produktionen begannen in den 60er Jahren. Warum vorher nicht? Weil man davor glaubte, Energie im Überfluss zu haben. Und man nicht 43 m² Wfl pro Nase mit durchschnittlich 20°C betrieb.
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EVICA Samstag, 14. September 2013 00:32
Hallo, mit großem Interesse habe ich alle Beiträge gelesen und bin trotzdem so schlau wie zuvor. Es geht um ein EFH, errichtet 1949/50 und steht in Kärnten, Österreich. Es steht seit dem Tod meiner Großeltern in den späten 80ern leer, wurde von mir nur in den Sommermonaten genutzt aber ganzjährig immer gelüftet. Die Wände sind (bis auf die Kellerwände) staubtrocken. Nun habe ich es geerbt und es stellt sich die Frage einer Generalsanierung (neue Fenster statt der gar nicht so dummen, aberleider unschönen Kastenfenster, naja Dach- und Kellerdeckendämmung ..) Soweit so gut. Aber die von allen geforderte Außendämmung macht mir echte Magenschmerzen. EPS ja oder nein? Die Für + Wider-Diskussion habe ich verfolgt und mir raucht der Kopf. Das Haus hat eine wunderbare Südlage, die Wand gen O und W bekommt wegen Verbauung und hohem Grünzeug nicht die volle mögliche Sonneneinstrahlung ab, die Nordenseite ohnehin nicht. Nach meinem bescheidenen Wissenstand wurde dazumal mit Vollziegeln (28er Ziegel sinds) gebaut. (Müßte dies nicht in die Berechnung miteinfließen?) Das Haus ist im Sommer wunderbar kühl - das sagt ja einiges aus, oder? Vorerst wird dass das Haus weiterhin nicht ganzjährig bewohnt sein, ehe ich in 2-3 Jahren dahin iehen werde können. Mir graut ein wenig vor der Vorstellung, dass das Häuschen nun mit EPS eingehüllt werden soll und ich es dann eben ordentlich beheizen muss, um die diskutierte Schimmelbildung zu verhindern. Ist das nicht eine Pharse, das Haus ordentlich zu dämmen, damit man danach umsomehr zu heizen - zumindest auf 12° C halten werde müssen, um Schimmelbildung zu verhindern? Bislang sind die Wände ja wie gesagt staubtrocken, aber da ich vorhabe in den nächsten Jahren dort einzuziehen macht man's jetzt eben gleich 'ordentlich'...! Bislang konnten die Wände im Herbst und Frühjahr durch die mäßige, aber doch vorhande Sonneneinstrahlung immer 'natürlich' austrocknen. Aber was, wenn nun 'wärmegedämmt'. Dann erweitert sich die Heizperiode auch um diese Zeit... Ich spreche von der Zeit, bevor ich dort ganzjährig wohnen werde können. Mir graut davor, dass die N-Seite mit der Zeit veralgen könnte, Spechte sich verirren und sich Schimmel in den Ecken bilden, weil die Feuchtigkeit der Kellerwände nach oben diffundiert und dann nicht mehr 'natürlich' austrocknen kann. Wie verhält es sich denn mit mineralischen Dämmung? Keiner spricht hier darüber . Warum? Wäre das nicht die bessere, wenn auch wahrscheinlich konstenintensivere Alternative...... (komischerweise spricht keiner vom Brandschutz, das nur so nebenbei!) Ich muss bald eine Entscheidung treffen, welche Außendämmung - EPS, Mineralwolle oder gar keine, wie mir ein Architekt riet, angebracht werde soll.. Ach ja, fals sachdienlich. Heizung: wahrscheinlich Infrarot-Panele zusätzlich zu Holz-Einzelöfen. Ich hoffe so sehr hier den entscheidenden, fachkundigen Rat zu erhalten. Danke an alle im Voraus schon mal dafür. Gruß, evica
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Marcus Mittwoch, 04. März 2015 01:28
@Helmut Börjes nun - ein solche Aussage kann eigentlich nur jemand treffen, der niemals vor einer Wandheizung mit ca. 35 - 40 Grad Vorlauftemperatur gestanden hat. Ich bin glücklicher Besitzer einer solchen. Viele Besucher fragen mich wo denn der Ofen steht, wenn Sie den Raum betreten und sind ganz verblüfft dass es keinen gibt.
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Helmut Börjes Freitag, 31. Oktober 2014 00:25
@EVICA Mit den Infrarotpanelen meinen Sie sicher die Steinplatten mit den dahinterliegenden Heizdrähten. Eine nennenswerte Strahlung bekommen sie erst ab einer Oberflächentemperatur von 100°C. Unterhalb dieser Temperaturen gibt ein gewöhnlicher Heizlüfter wahrscheinlich mehr Strahlungswärme ab. Die Strahlungswärme steigt mit der vierten Potenz der absoluten Temperatur. Deshalb ist die Strahlung von nicht abgedeckten Flammen oder auch von glühenden Rohren so besonders effektiv und hat den höchsten Wirkungsgrad. Ab dem blauen Spektrum wird es aber gefährlich für die Makula (Sonnenbrille erforderlich). Wieviel Ihre Haut verträgt wissen Sie selbst am besten.
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ledopan Samstag, 27. April 2013 02:50
@ finding 71: Haben Sie zur Kfw Quellenangaben? Im Übrigen fand ich Ihren Beitrag sehr gut. Wenn man mit Infrarot, langwellig, heizt, bracht man keine Dämmung. ( Bei einem "normalen" Anbieter geht das nicht. 90% der Hersteller verstehen ihre eigenen Produkte nicht.) Beispiel Einfamilienhaus: Bei 10 cm Holzwand, massiv, 10 Mikrometer Wellenlängeder Infrarot-Heizung reichen 25 W/m² aus. Ohne Dämmung. Volllaststunden nur 750! Das macht bei einem EFH ca. 750 Euro Stromkosten im Jahr, bei ca.4000 Euro Invest in die Heizung (alternativ zu Öltank, Kessel, Heizungsraum, Heizkörper, Dämmung, Schornstein usw, also etwa 35000 Euro).
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olaf Donnerstag, 10. Dezember 2015 14:20
ich habe einen 750 Watt Heizkörper in einem 10 Quadratmeter großen Raum und dieser reicht gerade so. 30cm Ziegelwand 8cm Luftschicht und 8cm Porenbeton. Insegsamt 46cm Ausenwand
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Gerold Tränkler Mittwoch, 24. April 2013 23:41
Frage: Ich habe Schimmel und Feuchtigkeit hinter den Küchenmöbeln ( Einbaueckküche- keine Verschiebung möglich ). Auch das empfohlene Anbringen von Kalziumsilikatplatten ist nicht möglich. Was also? PE- Schaum oder Elektroheizmatten ?
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Findig71 Freitag, 19. April 2013 16:35
Stimmt schon, aber: was der Volksmund mit "Atmen der Wände" meint ist zwar faktisch nicht richtig, trotzdem wohnt dem Ganzen eine Gewisse Weisheit inne. Was sie hier schön beschreiben ist die Feuchtigkeit des Innenraumes, verursacht durch z.B. thermische Trockner, Waschmaschine, Dusche und auch die Atemluft der Insassen. Wie sie richtig erkannt haben kann diese nur durch Lüften abgeführt werden, diffundiert im Sinne von Atmen also weder durch die gedämmte noch durch die ungedämmte Wand. SIe kondensiert höchstens und mit Vorliebe an kalten Stellen (=Wärmebrücken) wie den Fenstereinfassungen oder dort wo die Konvektionswärme der Heizung nicht hinkommt (z.B. in Wandecken). Schimmelpilze lieben das. Soweit so gut und an dieser Stelle müssen wir unterscheiden, was folgt betrifft die Vorgänge an der Außendämmung der Ziegelwand: Dämmmaterialien sind per se schlechte Wärmespeicher, d.h. im Gegensatz zu Ziegel oder Holz kann die Wärme der Sonne (von Außen) nicht gespeichert und Nachts wieder abgegeben werden. D.h. im Gegensatz zur ungedämmten Ziegelwand wird die gedämmte Außenfassade sehr warm und kühlt in der Nacht sehr schnell und stark bis unter den Taupunkt ab. Die Feuchtigkeit der "Außenluft" (die existiert auch) kondensiert dann in der außenliegenden Dämmschicht der Ziegelwand. Dieses im Volksmund als "Schwitzwasser" bezeichnete Kondensat druchdringt das Dämmmaterial langsam aber sicher und wie sie wissen ist Wasser ein guter Wärmeleiter. Die Konsequenzen auf lange oder auch kurze Sicht dürften einleuchten: Algen und Schimmelpilze lieben dieses Milieu, das Ergebnis sind grüne Außenwände und eine Dämmung die ihrer Funktion nicht mehr nachkommen kann und auf des Bauherren Kosten teuer als Sondermüll entsorgt werden muss. Was fällt den Dämmstoffherstellern dazu ein? Richtig, Biozide und Schimmelgifte im Außenputz und im Dämmmaterial, die über die Zeit ausgewaschen werden und sich mit dem Regenwasser in unseren Flüssen wieder finden. Ah und ich hab vergessen, und das ist kein Scherz, man soll die Außenfassade besser grün oder braun streichen, dann fällts nicht so auf. Kennt man also den Unterschied zwischen der innen und außen anfallenden Kondensationsfeuchte einer außengedämmten Ziegelwand nicht, dann ist es besser an atmende Wände und Schwitzwasser zu glauben. Denn die Schlussfolgerung daraus sind nicht verkehrt: Die Wand muss zwar nicht atmen aber man verpackt sie dann auch nicht auf Teufel komm raus in toxisches Plastik! Mal ganz davon abgesehen dass es nun durch die neuesten KfW Studien halboffiziell ist: unsinniges Dämmen der Wände amortisiert sich nicht und spart darüberhinaus nicht einmal annähernd das ein was uns die Dämmbranche glauben lassen will. Dämmen heißt nämlich auch, man verhindert, dass die Sonne auch im Winter kostenlos das Mauerwerk tagsüber lansam erwärmt und zeitverzögert Nachts wieder ebenso kostenlos an die Innenräume abgibt.
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Rudi Sonntag, 05. Januar 2014 11:46
Endlich eine fundierte Antwort eines Fachkollegen, welcher auch sicherlich von Laien verstanden wird und auch Vertretern in Wohnungsbaugesellschaften. Eine fachtechnische Ergänzung, 1948 wurde die sogenannte Querwandbauweise eingeführt, d.h. die Deckenspannrichtung geht über die inneren Querwand, nicht wie früher von den Außenwänden zur inneren Mittelwand, oder bei Gebäuden mit geringeren Bauwerkstiefen von Außenwand zu Außenwand. Diese Bauweise wurde hauptsächlich mit dem Hintergrund der Bauindustriealisierung (Montageelemente) eingeführt, die damaligen Baukräne hatten nur ein geringes Hebegewicht. Noch ein andere Hauptgrund, man konnte die Außenwände hauptsächlich zur besseren Wärmedämmung nutzen, also leichte Baustoffe diesbezüglich einsetzen. So entstand auch die so genante Sandwichbauweise für Außenwände. Auch wird bei dieser Dämmarie vergessen, d.h. Deutschland in 4 Klimazonen eingeteilt wurde. Das heißt in Bayern muß man die Außenwände anders dämmen, wie in Berlin (Klimazone II) ! Diese ist die "Hauptsünde der Dämmorgie", man klebt einfach drauf was das Zeug hält 14 cm und mehr, dabei sind z.B. in Berlin alle Außenwände nach DIN bis minus 25 Grad für Bauten bis 1965 ausgelegt, und danach wurden Außenwände schon auf minus 35 Grad und ab 1984 bis sogar 45 Grad technisch ausgelegt. Und jetzt komme ich auf den Volksmund zurück, die Bauwerke verdampfen kein "Wasser" mehr und die Wände saugen sich voll, Algen wachsen an den Außenflächen und Innen der Wandpilz, durch die entstehenden kalten Wände. Unterstützt wird dieser Unsinn noch von Fenstern die "Luftdicht" abgeschlossen sind, keine Zwangslüftung, noch nicht einmal in den Küchen oder Bädern, oder z.B. Heizkörper die nicht an der Außenwand montiert sind, die Außenwand ist kalt und das ideale Feuchtgebiet für Schimmel....
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Andreas Weishaupt Mittwoch, 03. April 2013 12:52
Der Artikel oben ist wieder einmal der beste Beweis, dass im Internet mehr Desinformation als wahre Aufklärung zu finden ist. Der eine empfiehlt eine "hinterlüftete" Dämmung, der andere meint Diffusion und Tauwasserbildung in Dämmstoffen mit offenen Fenstern unterbinden zu können. Es mag annähernd richtig sein, dass Polystyrol und Holz als gleichermaßen diffusionsoffen angenommen werden können. Aber was ist mit der Sorption? (Ad- bzw. Absorption. und natürlich Desorption.) Diese Eigenschaften fehlen den Schaumstoffen in allgemeinen gänzlich. Sicher ist zumindest: Wasser, welches den Aggregatzustand innerhalb einer Styroporzelle von der Gasform zur Flüssigform verändert (z.b. durch das Unterschreiten der kritischen Temperatur) wird definitiv in der Zelle verbleiben und es wird von Jahr zu Jahr mehr. Für ein restloses Austrocknen würde enorm viel Energiezufuhr benötigt, die zumindest an schattigen Bereichen der Fassaden/Dachdämmung auch im Sommer nicht ausreichend zugeführt werden kann. Ein leidiges Thema, aber wer ein bisschen darüber nachdenkt, kommt auch von alleine drauf, das es funktionierende Alternativen gibt.
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DämmenAberWie Donnerstag, 18. Dezember 2014 09:28
Hallo Andreas Weisshaupt! Ich bin jetzt auch dabei, mein Haus zu dämmen. ich habe jetzt diese web-Seite gefunden und die Bilder von Konrad Fischer, da bin aus allen Wolken gefallen. Deswegen ihr Hinweiss aus die Alternativen interessiert mich sehr. Welche Alternativen können sie nennen? Würde mich sehr über ihre Antwort freuen.
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L.Harzheim Montag, 08. Dezember 2014 18:49
zum Beispiel welcher ? würden sie an einer 1300m2 Fitness Halle anbringen ohne Fenster zum luften , wo von einer Kälte Brücke gesprochen wird . Für ihre Beratung würdee ich mich freuen . Mit freundlichen Grüßen Lucia Harzheim
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Walter Sonntag, 07. April 2013 15:29
Ein leidiges Thema, aber wer ein bisschen darüber nachdenkt, kommt auch von alleine drauf, das es funktionierende Alternativen gibt. Hallo, ieder fällt es mir schwer eine wirkliche Alternative für ein Sanierungsobjekt zu finden ohne Fehler zu machen. Vielleicht können sie mir weiter helfen.
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Dirksen Sonntag, 09. Juni 2013 00:42
Die Dämmhysterie hat zum Teil starken Geschäftscharakter für Diejenigen, die damti ihr Brot verdienen! Neubauten haben ja ihr System, ganz besonders, wenn mit Verblendmauer vor leichter Hohlschicht im Mauerwerk gearbeitet wird, wie in Norddeutschland bei guten Bauten üblich. Was würdet Ihr sagen, wenn man - statt zu heizen - in Altgebäuden übergeht auf eine Gebäudeerwärmung zum "Wohlfühklima" - Den Fußboden auf 22° Vorlauftemperatur, die Wand bis 1 oder 1,50 m über Sockel mit 28° Vorlauftemperatur erwärmen. Dann fühlt der Körper keine Kälte, die Füße ebensowenig, aber der Venenstau bleibt aus, wie er bei reiner Fußbodenheizung auftreten kann, wenn der Vorlauftemperatur auf 24, 26 oder gar auf 28° aufgeheizt wird. Dann gibt es keine Feuchtigkeit im Haus und die Wärme bleibt trotz Altbau im Haus! Nur trockene Wände isolieren! Wer eine Zwangsbelüftung hat, muß mindestens stündlich 150 m² Luftaustausch über Fenster und Tür schaffen, sonst schimmelt der aus dem Haus! Ich kenne das System für eine ausgesprochen gute Verlegung und kenne die besten und erfreulichen Berichte von Bauherren. Egal, ob Neu- óder Altbau!
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Waldemar Reich Sonntag, 17. März 2013 16:09
die Fassadenwand wird besser „Atmen „ wenn man die Latten 38x50 an die Fassade senkrecht festdübelt und die Dämmungsplatten mit putztragender Oberfläche auf die Latten festschraubt. Zwischen Wand und Dämmung fließt Luft nach oben. die Außenwand und Dämmung bleiben trocken, was nicht der Fall ist, wenn die Dämmungsplatten direkt an die Wand geklebt sind, in diesem Fall ist die Dämmung im Winter immer feucht und das hat ganz schlechte Wirkungen. Aber das ist keine hinterlüftete Fassade so wie es immer beschrieben wird.
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Macht Franz Samstag, 01. Juni 2013 11:25
Franz Macht, Techniker für erneuerbare Energien Das mit den atmenden Wänden ist schon ein Märchen. Der Andreas Weishaupt(siehe oben) empfiehlt eine hinterlüftete Dämmung. Das ist ebenfalls ein alter Irrtum. Wenn es hinter der Dämmung zu einer Konvektion kommt, dann ist die Wirkung der Dämmung größtenteils zerstört. Also auf jeden Fall, KEINE HINTERLÜFTUNG !!!!!!!! Bitte berücksichtige das bei der nächsten Dämmung
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Wolfgang Köster Samstag, 16. März 2013 15:28
Was soll man da noch kommentieren? Perfekt erklärt. Vielen Dank.
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